5:30 Uhr und der Wecker klingelt mich am schwarzen Plastikboden meines Zeltes wach. Ich liege in der kleinen Werkstatt eines Safari Unternehmens in Arusha und der Mann, welcher mich hierher brachte schläft noch eine kurze Weile länger in einem der beiden großen Safariautos draußen. Ich benutze ein wenig Zahnpasta auf meiner Zeigefingerspitze, nachdem ich mir sehr sparsam mit übrigen Wasser die rechte Hand wusch. Meine Zahnbürste hatte ich bei meiner Freundin Bukele in Mwanza vergessen, aber das Putzen ohne bin ich seit der Europareise eh schon gewohnt. Ich beginne meinen Artikel von gestern zu schreiben und genau zum Ende der Publikation sagt mein Handy Gute Nacht und verliert das Bewusstsein.

Ich hol mein wunderschönes Buch ‘Atomic Habits’ aus dem Rucksack und lerne etwas über die Wissenschaft hinter Gewohnheiten, wie sie aufgebaut sind, und was gilt getan zu werden um neue Gewohnheiten zu etablieren und schlechte aufzuheben. Das Buch ist die Basis von Vielem und hat sehr viele interessante und hilfreiche Aspekte. Ich konnte bis jetzt auch ohne das Buch überleben und meinen Weg gehen, aber auch nur durch mein kleines Glück. In diesem Buch steckt ein Haufen Wissen und Verständnis und wer das hat, braucht weniger Glück. Gutes Buch also. Ich lag draußen vor der Werkstatt und die Sonne ging grade auf. Der Tour Guide mit welchem ich zusammen Weihnachten zelebriert hatte, gibt das Signal zum Aufbrechen und wir machen uns auf die Heimreise zu Fuß. Ich versuche aus Respekt vor der gut gemeinten Hilfe seiner Frau die Gummischuhe zu tragen, leide aber unter solchem Diskomfort, dass ich das Ganze irgendwann abbreche und dann fröhlich wieder barfuß rumhoppse. Wir unterhalten uns über Chorgesang und ich stelle ihm die Basis meiner praktizierten Religion des Buddhismus vor. Wir laufen durch große Parts von Arusha, vorbei an beeindruckenden Bauten wie diversen Hotels, Statuen von Tieren mit Weihnachtsmützen auf, eine andere Statue von einem rucksacktragenden Soldaten mit Schaufel hinten dran und Waffe in der Hand, in die Luft gestoßen. Den Kontext durchschau ich im Vorbeilaufen nicht auf Anhieb. Wir kommen am Krankenhaus und am East African Union Headquarter vorbei und das Alles mit der Sicht auf den riesigen alleinstehenden Berg Mount Meru im Hintergrund. Wir beginnen seine Heimatsstraße hochzulaufen, jene die ich bereits einen halben Tag lang mit Rucksack erklommen hatte. Grade habe ich nur meinen kleinen schwarzen Rucksack mit Zelt auf und das macht das Barfußsein um einiges Genießbarer. Die Situation, die mir am meisten hängen bleibt, aus diesem Spaziergang, sind zwei Metzger, und ihre drei Tiere. Die Metzger haben ein weißes Outfit an, weißer Kittel, weißes T-Shirt und weiße riesige Gummistiefel, haben einen Stock in einer Hand und sind in Blutflecken getränkt. Sie beide rennen drei Kühen hinterher die Straße runter. Ich musste zweimal schauen, um zu sehen dass es echt war. 

Wir besuchen sein Stammlokal und ich esse gekochte Bananen und löffle eine warme Suppe mit Fleischrückständen im gelben Liquid treibend. Danach besuchen wir seine Schwester in der Nachbarschaft und ich freue mich sehr wieder zu sehen. Ihr kann ich noch ein paar zusätzliche Details über meine Arbeit und die Reise erklären. Danach nehmen wir eine Parallelstraße zur Großen und kommen an neuen Ecken vorbei, hin zu seinem Zuhause neben einem großen Bananenwald. Bald darauf löse ich mein Versprechen ein den Freund nochmals zu besuchen bei welchem wir zwei tage zuvor zu zehn in seinem Wohnzimmer Abendbrot teilten. Seine Mutter wollte mit nochmal sehen, vielleicht um nochmal gutgemeinte Ratschläge über das Vertrauen an Menschen und an Schuhe zu erläutern. Ich sitze eine Weile mit meinem neuen Freund dort, welcher wie gesagt in Mwanza studiert. Wir teilen uns eine Gurke mit Salz und haben unseren Spaß mit den drei Babykatzen. Eine davon würde perfekt in meine Tasche passen, aber… wir besuchen die drei Kühe der Familie im Garten, welche in einem winzigen Käfig beinahe Knöcheltief in der eigenen Soße aus Körperabfällen stehen. Wir bringen einen halben Bananenbaumstamm, weil sie nicht mehr genug Gras zum Füttern haben, und mit einer Machete hacken wir immer bleichgroße Stücke aus der zwiebelartigen Schichtenschale des Baumes. Bananenbäume sind ziemlich leicht zu zerschneiden. Innen ist ein weißer dicker Strang, wie ein Kern. Viele Schichten Rinde drum herum, die im Endeffekt Blätter werden. Die beiden großen Kühe und das Zweijährige freuen sich scheinbar. Anschließend nimmt mich mein Freund Chini genannt zu seiner Arbeit beim Nachbarsgrundstück. Zwei Welten die beinahe Wan an Wand existieren. Seine ärmliche Familie neben einem Villa Anwesen von unbeschreiblichen Wert, mit riesigen Kokosnussbäumen, Swimming Pool, Gasthäusern, voll eingerichteten Wohnzimmer und Arbeitern für die Gartengraspflege. Ganz wohl fühl ich mich nicht. Es ekelt mich ein bisschen an und mein Freund möchte Fotos mit mir machen. Ahh, naja, auch so nen Quatsch hat man irgendwann überlebt und ich bin danach auf nachdenklichen Autopilot und nicht mehr wirklich sozial. Tut mir leid für meinen Kumpel. Wir gehen zu meinem Zuhause der Tage und ich packe meinen Rest zusammen. Mama und Papa sitzen beiden im Wohnzimmer und ich schreibe einen Text, lasse ihn übersetzen und lese ihn den Beiden vor. Mama umarmt mich danach ein bisschen aufgelöst. Sehr… mein Tour Guide bietet mir an, bevor ich dusche noch irgendwo hinzulaufen und ich bin total offen. Er nimmt mich durch den Bananenwald in die Richtung Berg und den riesigen davor liegenden Hügel. Wir klettern den dicht bebauten sehr steilen Hügel empor, der voll mit Felden und Wäldern ist. Zwei unglaubliche große Betonwassertänke stehen hier und versorgen alle Menschen darunter mit Wasser. In dem Wald an der Spitze, ist das Erste das wir sehen, ein junger Menschen in der Spitze eines Baumes, um Äste abzuhacken und sein Freund steht unten und schaut seinem Partner 10 Meter weiter über ihm dabei zu. Das Kind ist auf einem Baum, der nicht voll mit Ästen ist und keinen einfachen Weg darbietet, um des Kindes Werk einfach nachzumachen. Er ist lang und dünn und astlos und in der Spitze in welcher er sitzt, beugt sich der ganze Baum unter dem Gewicht. Wir laufen weiter und sind inzwischen zu dritt. Der Schäferhund meines Tourguides kam dazu und er ist schwarzbraun gefärbt, mit schlauenAugen und permanenten Abstand zu mir. Er schnüffelte zu Beginn an meiner Hand und begann dann bellend hinter uns herzulaufen, was ich trotz zweifachem Hundebesitz nicht deuten kann. Nach der Spitze kommt der steile Abgang und der Sandboden ist optimales Terrain für meine Füße. Ich springe problemlos die Hügel hinunter, rutsche kleine Stücke gezielt herab und merke bei jedem Sprung welches unglaubliche Privileg das junge Alter und das schmerzfreie Existieren ist. Wenn einem das schon früh im Leben heilig wäre, dann müsste man nicht das ganze Leiden im Alter beginnen, wenn es zu spät ist und man verzweifelt durch Yoga und Spazierengehen versucht seine Beweglichkeit und Schmerzfreiheit zurück zu erlangen. Fehlt es uns an Aufklärung und Bildung über wie wichtig Bewegung durch das Leben hindurch ist, oder an Willenskraft, oder haben wir einfach keine Zeit, beziehungsweise falsche Prioritäten?
Wir kommen zurück in das bewohnte Gebiet und mir werden noch ein paar Pflanzen vorgestellt, die medizinische Anteile haben und perfekt für Tees zu sein scheinen. Auf den Straßen werde ich ungelogen überall bejubelt und mir werden alle möglichen Begrüßungen zugerufen. Von Kindern natürlich. Und zurück zuhause darf ich duschen und final alles packen. Ich nehm einen meiner Stoffe, bei dem ich wusste, dass die Mama ihn sehr mochte und packe alles Geld hinein, dass mir Menschen auf den Straßen gaben und in meiner Handyhülle war. Niemand hatte davon gesprochen, dass ich kein Geld geben dürfte. Mein Vorsatz ist es, ohne Geld zu leben. Und diese Familie würde mich auch völlig froh über meine Anwesenheit ohne Bezahlung gehen lassen. Sie wissen gar nicht, dass ich das Tuch hinter das Sofakissen gelegt hatte. Unser Abschied ist ein sehr schöner und ich verspreche auf meiner Reise zum Ende meines Jahres hier wieder vorbeizukommen und verspreche bis dahin perfektes Swahili zu können, um uns wirklich kennen zu lernen. Papa sagt mir, dass er mich noch den gesamten Berg runter fahren wird, und ich weiß inzwischen, dass ich ihm keine Hilfe ausreden kann. Ich bin sehr sehr dankbar für jenes Angebot. 

Wieder barfuß und mit riesigen Rucksack auf einem Booda, geht die Reise nach Weihnachten weiter. Mein blaues Zelt ist nun in das grün schwatz karierte Tuch der Maasai Menschen eingerollt und mein Rucksack sieht so wesentlich attraktiver aus. Unten am T2 Highway verabschieden wir uns voneinander, während ein junger Tansanier neben uns steht und ein deutsches Telefonat führt… hää… Papa fährt wieder nachdem er auf den Fakt klarkommt, dass ich nun beginne barfuß über den Asphalt des Highways laufe, ohne Plan was kommt. Und das tue ich auch, allerdings viel kürzer als erhofft, oder gedacht. Keine fünf Minuten später sitzen drei Männer mittleren Alters an einer Imbissaußenseite und mir wird mit der legendären Handbewegung und dem Ruf ‘Njoo’ bekannt gegeben, dass es nun an mir liegt zu kommen. Das mache ich gerne und wir lernen uns schnell kennen. Die drei sind überraschend geplättet und noch während ich im Redefluss bin, werden mir Wasser und Mittagessen bestellt und ein Stuhl unter den Po geschoben, der Rucksack abgenommen und dann sitz ich da. Vor mir sitzen zwei Brüder und der Sohn der Schwester. Der Mann mit dem ich rede, ist in der Mitte und unanzweifelbar der Ranghöchste. Er erzählt mir Vieles. Ich bin der vierte Weltreisende, den er in seinem Leben kennen lernt und noch nie war jemand so unterwegs wie ich. Zwei, meinte er, gingen zu Fuß von hier nach Südafrika und ein dritter kam von Indien mit einem Fahrrad hierher. Schade, dass wir so selten sind. Er berichtet mir von seiner Bienenzucht und ich lerne viel Neues über Bienen, die hier 45-50 Tage alt werden, 7 Kilometer am Tag zurücklegen können und hoch komplex miteinander kommunizieren. Ich frage ihn nebenbei, ob hier in Tansania auch so viel Greenwashing mit Bienen betrieben wird, wie in Deutschland von Firmen, die sich als umweltbehilflich ausgeben wollen. Wir wechseln das Thema und ich erfahre über 60 Hektar Land in seinem Besitz, einen gebohrten Brunnen für die Menschen der Gegend, über seine Mining-Firma und das Tourismus Geschäft plus die mehreren kleinen Businesse. Ja, cool. Netter Typ auf jeden Fall und ich frage ihn, welches seiner Meinung nach die beste Entscheidung in seinem Leben war. Er beginnt zu überlegen, das Essen kommt und er vergisst die Frage. Kacke! Ich bekomme zweimal Pommes mit Ei. Einmal für jetzt und einmal für später. Zwei Flaschen Wasser und weitere nette Gespräche. Anschließend nehmen die beiden Brüder mich in ihr Auto, fahren mich zur nächsten Haltestelle und erklären mir den Plan. Sie kaufen mein Ticket nach Moshi, dort soll ich mich dann gut erholen und anschließend die Reise nach Bagamoya Nähe Dar es Salaam starten. Er zahlt mein Ticket und meint das Rückgeld wäre für mich. Ich lasse ihn seine Nummer in mein Notizbuch schreiben und seine Handschrift ist interessanter Weise die unsichere eines Erst- oder Zweitklässlers. 

Die Fahrt ist sehr angenehm. Leicht wippend verbringe ich den Großteil stehend, aber weil die ganze Zeit meine Lieblingsmusik von Bob Marley in den Lautsprechern läuft, ist für alles gesorgt, was ich mir wünschen könnte. Ich selber habe meine Kopfhörer nicht mitgenommen und mein Familienspotifyaccount zurück gelassen, um keine Musik mehr zu konsumieren. Viel schöner ist es dadurch jetzt, wenn der Zufall entscheidet, dass meine liebste Musik spielt. Am Ende sitze ich und wie es sich heraus stellt sitze ich direkt neben einer Dame, die mich kennt. Auf ihrem Tastenhandy schreibt sie mir, dass sie mich heute Morgen in ihrer Zuhausestraße fahren sah, auf dem Rücksitz eines Boodas. Ich frage sie ob sie meinen Gastgeber Jorom kennt und sie meint es wäre ein Bruder von ihr. Wir unterhalten uns eine ganze Weile und sie schenkt mir ein abgebrochenes Stück ihres gebratenen Maiskolbens, was mich sehr freut. Als wir aussteigen, tue ich das wegen ihrer Aussage, dass wir da wären. Sie meinte allerdings, dass sie da wäre und ich stehe fünf Kilometer außerhalb von Moshi. Auch kein Problem. Wir verabschieden uns und ich beginne an der furchtbaren Straße und ihrem Rand entlang zu laufen. Sehr unangenehm.
Sehr bald sehe ich einen Flussverlauf, der gefüllt ist mit unzähligen runden großen grauen Steinen und ich überlege kurz, bevor ich den Abhang hinunter klettere. Eine Platform neben dem Wasser lädt mich ein und ich mache es mir bequem, breite mein Zelt aus und komme für einen kurzen Moment am neuen Ort an. Ich beginne das Verzehren meiner zweiten Mahlzeit und trinke ein bisschen was, während ich eine Frau auf der anderen Flussseite beobachte. Sie ist uniformiert und läuft schnellen Schrittes nach rechts. Ich weiß bereits, dass ich verkackt habe und sitze mit beträchtlicher Ruhe dort, ohne Anstalten auf Flucht zu machen. Sie überquert gekonnt den Fluss durch seine Steine und als sie auf meiner Seite ankommt, springt ein Mann von meiner rechten Seite über den Stein, der ich verdeckte. Beide kommen Gleichzeit auf mich zu und ich lächle. Er hat eine Zigarette im Mund und trägt normale Kleidung. Sie ist grün gekleidet. Sie stellen sich vor und wünschen Dinge über mich zu wissen. Ich erkläre meine Reise und beide sind ungläubig. Ich erkläre mehr und langsam sehen sie ein. Ich lade sie auf ein Stück Mittagessen ein und sie danken. Der Typ ist mir unangenehm und beweist auch gleich wieso. Er durchsucht meine Bauchtasche mit dem Vorhalten, dass er interessiert wäre wie ich reise. In der vordersten kleinen Tasche neben meinen Dokumenten findet er das Geld welches ich durch mein tägliches Leben in Mwanza besitze und bei mir führe. Dass ich es nicht benutze muss ich dir, lieber Leserin und Leser nicht erzählen, oder? Ihm muss ich allerdings gleich die Welt erzählen, denn er tut auf cool und deutet, dass er einen Teil davon nehmen würde, einfach weil ich hier bin und weil er es kann. 100.000 Shilling gehen da grade flöten, und ich merke dass ich völlig unterlegen bin. Ich werde ziemlich ruhig, esse mein Essen weiter, schütte den Rest weg und packe meine Sachen. Natürlich gebe ich dem guten Mann keine Faust und die beiden starten ein kleines Gespräch. Seine Arbeitskollegin ist eine 45 jährige Frau und Mutter. Natürlich sieht sie wie schief die Situation grade geht, aber gewaltsam kann sie ihren Partner auch nicht überzeugen. Ich murmel leise auf Swahili, dass er eine schlechte Person wäre und dass ihm Gott helfe… dann sage ich etwas, was zu diesem Zeitpunkt noch nicht wahr ist, was aber sehr wahr werden wird wenn ich wieder zuhause bin, denn es ist der Grund dafür, dass ich wieder an das bisschen Geld kam. Ich erzähle ihnen von den Kindern mit denen ich arbeite. Von dem Fakt dass ich Freiwilliger bin und dann die Lüge: dass dieses Geld Spenden von Menschen meiner Reise waren und das Geld für diese Kinder ist. Ich sage ihm, dass er nicht mein Geld stiehlt, sondern das der Kinder. Seine Partnerin zerbricht bei diesem Gesagten und auch wenn er noch nicht nur durch diese Worte ins gerechte Handeln kommt, merkt man dass sich seine Einstellung verändert. Er nimmt die Papiertüte meines Essens und er fragt nach meinem Stift. Er schreibt eine Nachricht, die mir an diesem Abend übersetzt werden wird. Sie lautet ‘Möge dein Herz gerecht sehen!’. Dann kramt er in seiner Tasche und gibt mir das Geld zurück. Ich weiß gar nicht was ich sagen soll, weil die Situation einfach skurril ist, und weil ich beide wirklich mag, gebe ich ihnen jeweils 10.000 Shilling und dann bringen sie mich zurück zu dem Hang, den ich vor 15 Minuten herunter kam. Beide sind wirklich berührt und ich sage ihnen, dass ich zwanzig bin. Die Info scheint nochmal irgendwas mit ihnen anzurichten, das ich nicht richtig deuten kann, und dann gehe ich. Über die Brücke entlang an feuerrot blühenden Bäumen, hinein in die Stadt am Kilimanjaro - Moshi.
Mein Abend beginnt, als ich in drei Sicherheits-Guards stolpere und mich freundlich mit ihnen unterhalte. Ihr sehr schnell kommendes Angebot ist, nachdem ich frage ob die Natur sicher zum Campen ist, ob ich nicht hier bei ihnen, neben ihrem Auto campen will. Ich bin erfreut und trotz der Hauptstraße und den Nachtclub neben uns, willige ich ein. Dafür werde ich von dem Mann, der am besten Englisch spricht, in den Club und sein Hinterraum geführt, der viel ruhiger ist und nett eingerichtet in dummen goldenen Licht. Ich komme kurz an und lege meine Sachen ab. Die Details des Abends gehören meinem Herzen, aber zuerst bringt er mir alle Wörter bei, die mir auf die Schnelle einfallen, welche mir noch fehlen würden, und anschließend unterhalten wir uns Stunden lang über die Welt, das Reisen, über die gewünschte Richtung in die Tansania gehen möchte, über den Virus Geld und was es mit dem Westen anrichtete, über Nähe zu Familie und der Wunsch auf vieles gegen das Versprechen an die Welt, alles zu geben.

Das Ganze eskaliert in eine kurze Einführung in meine Muttersprache, welche ich so lieben lernte, vor allem durch das Geben von Deutschstunden in Mwanza an meine acht Lernenden in der Sprachschule. Wir teilen uns ein Gericht und lesen ein paar Sätze meines Blogs, welchen er cool findet. Ich habe einen Bruder in der Vision gefunden, die ich anstrebe, und führe ein Gespräch welches um eine Verbindung in der Welt geht. Dann gehen wir zu meiner Nachtstätte unter dem Vordach des Einkaufcenters gegenüber vom lautschallenden Club und ich baue mein Zelt neben seinem Arbeitskollegen auf und habe einen absoluten Fiebertraum einer Nacht in der ich absolut nicht sagen kann, ob die Uhrzeit auf meinem Handybildschirm Ein Uhr in der Nacht oder am Nachmittag sagt. Unmöglich für meinen drehenden Kopf das heraus zu finden. Dafür bin ich ganz happy jetzt wieder wach zu sein. Neben meinem Zelt schrieb ich für eine Weile und jetzt sitze ich mit zwei Jungs in einer Baracke in welcher sie unmöbliert wohnen. Einer auf einer Matratze am Boden, wo er Geld zählt, der andere auf einem roten Stuhl, wo er Kuhfleisch vom Stiehl isst, welches ihnen kalt und übrig geblieben vom Nachtclub geschenkt wurden. Wir nehmen Fotos, ich beende das Schreiben und dann beginne ich meinen Tag! So schnell geht’s!

#5 TZN-Journal - nicht ausgeraubt