03.05.2026 - Auf olle Christusspuren

03.05.2026 - Auf olle Christusspuren
Iche - Henri(@henrischilling) - Anna(@hartmannnaaaa)

Der Morgen war einer jener, an denen man den Wecker im guten Gewissen nochmal ausstellt und sich kurz erlaubt weiter zu ruhen, dann so gut wie wieder eingeschlafen ist, aber von der glücklichen Fügung nach ein paar Minuten wieder von selbst aufwacht. Die Fußschmerzen vom Fußballspielen vor zwei Tagen sind wieder weniger geworden und damit ist die Option offen, die Kirche hinter der Stadtmitte zu bereisen und Teil zu haben. Ich mache mich fertig, schmeiße mich in die alte graue Anzugshose, ein grünes T-Shirt drüber und in meinen Poncho. Die Füße bleiben wie sie sind und mein Handy hat wegen dem langanhaltenden Stromausfall, der während der Nacht einsetzte und sein Ende am nächsten Abend findet, nur 16 Prozent. Auch nicht schlimm. Warum kommt das Smartphone überhaupt mit, wenn ich doch nur zur Kirche möchte? Alle Mamas zuhause sind schon früher aufgewacht und allesamt zur römisch-katholischen Kirche die Straße runter gegangen. Da muss ich auch unbedingt mal vorbeischauen, aber zur Zeit besuche ich eine Kirche nach der anderen und die diversen Einladungen ebben auch nur langsam ab. Heute ist es die Stammkirche, die einzige bisher gefundene mit englischer Predigt. Der Weg ist lang und das Laufen noch nicht schmerzfrei. Von unten drücken die Steinchen des Weges unangenehm genau da am Mittelfuß wo der Schmerz her dringt. Der Boden ist noch kühl von der Nacht und die Menschen sind wenige. Eine neue Kirche der Pentekoste öffnete auf dem Weg und hat ihre erste Messe an diesem Morgen. Ich komme an dem Leichtbau vorbei und sehe links außerhalb Frauen im Schatten des Gotteshauses sitzen und sie bereiten große Schüsseln mit Ugali über kleinen Feuern vor. Auf der rechten Seite baut der Pfarrer, den ich mal auf der Straße getroffen hatte und der mir vom Projekt erzählte, mit zwei jungen Männern einen weiteren Unterstand auf. Ich hoffe auf viele Besucher, als ich vorbeigehe. Zwei Häuser dahinter ist das Haus von Freunden, die ihre fünfjährige Tochter im Spektrum aufziehen und fünf Kinder insgesamt haben. Ihre Nachbarn gegenüber verkaufen Holzkohle, was das Geschäft von Mama Kristina ist, und kleine Früchte namens Mapera und verpackte kleine Beutelchen mit gerösteten Erdnüssen, die von ihrem jugendlichen Sohn Gerald verkauft werden. Paula mag ihn nicht. Vielleicht hat er sie mal gehauen. Sowas kann sie sich ziemlich gut merken und oft genug hab ich ihre gespielte Wut auf dem Weg zur Bushaltestelle angesehen, wenn sie sich von meiner Anwesenheit gesichert fühlt und ihren Übeltätern hinterher läuft, die trotz ihrer riesigen Körper Angst vor Paulchen haben. Wer Paula haut ist aber irgendwo auch selber Schuld. Stand vom Hund grade ist, dass sie zuhause nicht mehr mag, weil meine Vorgesetzte sich wünschte, dass Paula über den Tag lang angekettet bleibt. Nur bei Nacht käme sie frei und weil ihr das nicht passt, tummelt sie sich über den ganzen tag eigentlich nur in der Nachbarschaft und in Müllhaufen, um eben nicht zuhause an der Kette sein zu müssen. Zuhause kriegt sie auch nur Ugali und manchmal ein kleines Geschenk von Loana und mir in Form von Minifischen namens Dagaa. Sie kommt also mit zur Bushaltestelle, wenn man morgens aufbricht und bleibt dann in dieser Gegend und bei meiner guten Freundin Anetth da unten, die Paula super findet, bis ich abends vom Krankenhaus, oder heute von meinem ausartenden Kirchenabenteuer zurückkehre. Dann laufen wir den gemeinsamen Weg auf den Berg hinauf zurück. Paula wird übrigens als Jungtier von unseren Vorfreiwilligen vom House of Hope angeschafft, geliebt und anschließend ziemlich allein gelassen in einer Welt, die von Haustieren noch nicht viel hält. Zudem leben wir am House of Hope mit frisch operierten Babies mit Wasserkopf oder dem offenen Rücken zusammen und in dieses Umfeld passt ein zutraulicher Hund keines Wegs, da hat meine Vorgesetzte Mamdogo schon recht. Es ist Sonntagmorgen und obwohl es kein offizieller freier Tag wäre, wie in Deutschland, ist so gut wie nichts an Geschäften offen. Die 30 Prozent der Muslime die circa im Raum von Mwanza leben, sparen sich ihre Geschäfte wohl auch zu großen Teilen. Ich sehe nur eine junge Teenagerin am Wegesrand, dort wo die meisten Kirchgänger vorbei kommen, wie sie aus ihrem verzierten Plastikeimer Samosa verkauft. Frittierte Teigdreiecke die mit Erbsen oder Linsen oder Kartoffelbrei oder klein gehacktem Fleisch gefüllt sind. Ist mir irgendwie nichts auf leeren Magen, obwohl eines davon nur ein bisschen über drei Cent kosten würde. 100 Shilling. Auf der 40 minütigen Minibusfahrt habe ich Glück, denn irgendwann wird der Sitzplatz neben mir frei und ich pflanze mich hin, während der Rest weiter stehen muss. Es war einer der Busse, wo meine Schultern das Dach berühren könnten und ich den Kopf stark geneigt bis zur Schulter meines Nebenmanns senken muss. Oder meine Nebenmannin… wie nennt man die geschlechtslose Person, die neben einem steht? Stehpartner? Standnachbar? Ha, die Autokorrektur kannte zweiteres. Ich hatte mich für eine längere Fahrt vorbeireitet und komme eine Stunde zu früh an. Auch nicht schlecht, denn ich bin eh zu früh aufgewacht, als dass ich jetzt schon bereit wäre, Gottes Lehre zu empfangen. Ich steige neben dem riesigen Einkaufskomplex aus, der gigantischen Rock City Mall. Rock City ist der nahe liegende Spitzname unserer Stadt Mwanza, weil die Gebilde aus Gestein überall in allen Formen und Größen auftreten. Muss man mal gesehen haben. Die Innenseite des Einkaufszentrums könnte überall in der Welt stehen. Die Geschäfte hinter ihren großen Glasscheiben, das perfekt abgedimmte Licht, die teuren Klamotten, der Supermarkt mit wirklich allem erdenklichen, das Kino im höchsten Stock, das Edelsteingeschäft. Das gesamte Gebäude ist ein wenig zu groß geraten und man kann das Äußere und Innere manchmal nur schwer als eine und dieselbe Welt erfassen. Ich stelle mich auf die Brücke direkt neben der Mall, die über die Hauptstraße reicht und an ihren Säulen noch lückenlos von langsam abpellenden Präsidentschaftsfotos aus dem vergangenen November geschmückt ist, die das umstrittene Gesicht von Mama Samia, der Präsidentin Tansania’s, darstellen. Ich stehe also in der Vogelperspektive zum morgendlichen Verkehr. Dabei versuche ich in jedem Fahrzeug die Zahl der Insassen auszumalen und ein ungefähres Bild davon zu haben, welche Menschenmengen grade unter mir hindurch verfrachtet werden. Weil ich da für eine Weile stehe und sonst nichts zu tun habe, versuche ich die Vogelperspektive weiter anzuheben und mich als Teil des winzigen Geschehens zu sehen. Wie eine Kamera, die zuerst aus dem Hinterkopf heraus ansteigt und dann ein immer weiter gefasstes Bild abbildet. Spaß macht das keinen großen und so richtig funktionieren tut es auch nicht, aber das Verweilen hält eh nicht lange an. Der junge Mann mit dreizehn Jahren, welcher mich vorhin nach Geld gefragt hatte, als ich die Metalltreppen der Brücke erklomm, fand mich nun wieder und stellte sich neben mich. Wir verbringen die nächsten 50 Minuten bis zum Kirchenbeginn gemeinsam. Er möchte Geld, um sich ein Essen kaufen zu können. Ich weiß nicht wann, aber irgendwann hatte ich aufgehört Geld abzudrücken und stattdessen die Fragenden dazu eingeladen gemeinsam das zu bekommen nach dem sie grade fragten. Hier kann ich mal kurz Jesus, passend zum Kommenden zitieren, denn er meinte: ‘Give to the one who asks you, and don’t turn away from the one who wants to borrow from you.’ Matthew 5:42 - und nur zum Vergleich - der Buddha, also olle Siddhartha sagte: ‘Give where you feel comfortable giving.’ Jetzt hat einer zwar hebräisch und der andere indisch geschwätzt, aber die Nachricht bleibt an sich vorhanden. Einer preist das Geben und der andere meint, man darf sich auf die Male beschränken, dass man sich wohl beim Akt des Teilens fühlen würde. Ich finde beide Typen ganz nett, aber die Meinung einer Frau fehlt mir in beiden Religionen. Ich entscheide mich nicht wohl beim Geldgeben zu fühlen und somit kommt alles wie es kommt.

In dem Fall fragte ich den Jungen, ob er einen Ort zum Essen kennt. Ich hätte auch nichts gegen ein Frühstück und würde ihn gerne einladen - nur jemandem Geld in die Hand drücken, ist nicht mehr… Ich glaube er konnte mir das Angebot nicht wirklich abnehmen, bis wir zwei Minuten später am Tisch draußen vor einem Laden standen, in dem eine muslimische Mutter und ihre Tochter Chapati und Tee kochten. Der Tee hatte Zucker, also gab’s nur einen für ihn und ich blieb gerne ohne. Den Chapati vor ihm aß er nicht ganz auf. Stattdessen faltete er den Zucker-losen, Milch-losen und Ei-losen Pfannkuchen zusammen bis es ein kleines Dreieck war und aß dann an den Rändern Stellen weg, um ihn anschließend wieder aufzuklappen und mich durch die Löcher hindurch richtig breit anzugrinsen. Ich applaudierte zwar nicht, aber ich war mit seinem Ansatz mehr als einverstanden und kommunizierte das still. Er heißt Chris und erfährt grade das Leben auf der Straße. Seine Erzählung ist, dass er aus Dar es Salaam kommt und versucht Geld zu bekommen, um zu seinen Eltern zurückzukehren. Es ist vier Monate her, dass er hier her floh und inzwischen bereut er es zutiefst. Er erzählt ein bisschen über sein zuhause was mich überrascht. Es muss sehr schwierig sein, über solche Umstände zu sprechen und dass er mir damit vertraut bedeutet mir viel. Es geht um häusliche Gewalt, welche je nach Ethnie die völlige Norm ist. Man bringt seinen Kindern Respekt bei und wenn sie etwas falsch machen, dann ziehen sie aus dem Schmerz ihre Lehre. Dass eine Bindung zwischen Mutter und Tochter trotzdem eine vollkommene und perfekte sein kann, lerne ich ab und zu von meiner Mitfreiwilligen aus Tansania. Und trotzdem gibt es viele Probleme, die daraus entstehen. Meinungsunterschiede zwischen den Eltern treiben oft Familien auseinander, erzielen Scheidungen und führen oft zu Kindern, die auf der Straße nach Nahrung und einem Unterschlupf suchen. Chris hat einen gewalttätigen Vater zuhause der über die Züchtigung von Kindern, welche nicht als körperliche Gewalt angesehen wird, zusätzlich noch seine Ehefrau schlug. Das ist genauso ein großes Problem und ein Verstoß der gesetzlichen Moral wie an anderen Orten. Es ist schwer zu reflektieren, wenn man sich fragt, wie anders die Beziehung zu den Eltern und wie anders das Aufwachsen gewesen wäre, wenn die eigenen Eltern entweder keine Gewalt benützten oder einen doch geschlagen hätten. Chris könnte sich einfach entscheiden. 

Wir reden ein bisschen über das Straßendasein und warum ich barfuß umher laufe. Er ist nur halb barfuß. Ein ziemlich ranziger grauer Croc ist ihm noch geblieben. Auf seiner Nase schält sich die Haut in kleinen Vierecken. Es sieht aus als wäre die Haut durch die Sonne trocken geworden und er wäre in der Zeit gewachsen, sodass die Haut sich trocken auseinander dehnte. Totaler Quatsch und ich frag auch nicht nach, weil so lange er keinen Spiegel besitzt, darf es ihm eh reichlich egal sein wie sein Nasenrücken aussieht. Seine Kumpels haben das Feedback bestimmt schon ausgerichtet. Tja, zwei Welten die da zusammen an einem Morgen in Mwanza um Chapati zu essen und dabei Swahili reden. Ich hätte mit dem Freiwilligengehalt, dem monatlichen Taschengeld von 100 Euro, welches dem Monatslohn mancher hart arbeitender Menschen vor Ort entspricht, alle seine Wünsche erfüllen können. Ich hadere immer noch und eigentlich jedes Mal, ob es nicht das richtige wäre, denn ich brauche das Geld nicht - mein beständiger Traum ist das Überleben ohne Geld, nur durch freiwillige Arbeit auf Reisen und dem wunderbaren Human Value Exchange, dem menschlichen Werteaustausch oder eben HuVEx. 

Als wir fertig sind, gehen wir noch ein bisschen spazieren und suchen sein Mittagessen zusammen. Der gute Mann scheint mir nicht allzu hungrig zu sein, denn aus dem Haufen der uns von der Verkäuferin auf dem Tablet serviert wird, sucht er sich eine kleine Packung Chips aus und ein anderes kleines Gebäckstück, welches ich unmöglich in ein paar Worten beschreiben könnte. Die Farbe ist Honiggold. Wir wollten ihm Schuhe oder was zum Anziehen kaufen, finden aber nicht rechtzeitig einen Ort dafür. Ich bot ihm an mit mir kurz in die Rock City Mall zu schauen, einfach um mal drinnen gewesen zu sein, aber er meint Angst zu haben, dass er von den Sicherheitsbeamten wieder Prügel kassiert… fair I guess. Ich habe mich während unserem Spaziergang ungelogen selbst gefragt, ob mein neuer Freund hier, den ich wohl noch öfter antreffen würde, vielleicht einfach simuliert und Sonntags nichts besseres zu tun hätte, als sich in dieser Kluft Taschengeld anzureichern. Ich lief grade hinter ihm und sah den getrockneten Schmutz an den Waden, die schlecht versorgten Schürfwunden und den einen nackten Fuß auf dem Hauptstraßenrand. Gerne hätte ich jemanden dabei gehabt, der mir mal eine Backpfeife hätte verpassen können. Ich vermisse Loana. Chris bringt mich bis zur Einfahrt zum Gelände der Kirche und wir verabreden uns auf nächste Woche. Hätte gerne mehr gemacht. Aber hilft’s? 

Neuer Abschnitt - Kirche… hierher schleppe ich mich alle paar Wochen, wenn es meine innere Verfassung zulässt. Jedes Mal scheine ich ein bisschen wacher und klarer zu sein, wenn der gute Paul seine Predigt in schönstem Englisch schwingt und kein einziges Mal hatte er mich bisher ohne eine längere Unterhaltung entkommen lassen, für was ich ihm unendlich dankbar bin, was aber auch immer der Grund dafür ist, dass ich mich Wochen lang wieder nicht zur Kirche traue. Paul kommt glaube ich aus Mwanza. Ja, sogar ganz bestimmt, denn heute hatte ich mit einem seiner Mitschüler aus der Jugend nach dem Dienst geredet und der meinte wie verrückt es wäre seinen Mitschüler und Kumpel nun als eigenen Pastor zu haben. Aber auch, dass Paul immer noch der selbe wie in der Schule wäre. Unglaubliche Person… bei manchen Menschen auf dem Weg habe ich immer noch das Gefühl, sie wären wie geschickte Schauspieler in mein Leben getreten. Weil sie so eine große Rolle spielen. Ha! Ne, aber weil sie entweder toll aussehen, oder viel zu wichtige und klare Dinge erzählen, oder aus einem Leben stammen, bei welchem ich mir niemals erträumt hätte, dass man sich mal den Weg teilen würde. Er sieht toll aus mit seinem langsam grauer werdenden Bart, dem strahlenden Lächeln und den Augen, die mehr in einem sehen, aber primär sagt er einfach Dinge von unwahrscheinlicher Relevanz. Ich kam früh genug an, um Teil der ersten Sequenz zu werden. Eine Gebetseinheit. Aber eine, die einem das Beten selbst beibringen oder näher bringen möchte. Der Raum der Kirche ist ziemlich klein. Es passen vielleicht zusammen gedrückt 60 Leute hinein. Vorne ist die kleine Bühne für die Band und Singenden und davor steht das winzige Pult an dem Paul mit seinen weiten Gesten das Publikum fesselt. Das Pult ist toll. Wenn Paul wieder eine Hand um den Rand legt und ihn fest zu halten scheint und der andere Arm weit gestreckt in der Luft ist und er dabei mit weicher Stimme donnern kann, dann wären das die Momente, die man auf eine Leinwand bringen müsste, um ihm gerecht zu werden. Hinter ihm an der Wand läuft die Power-Point mit welcher die grade besprochenen Bibelstellen für alle ansehnlich gemacht werden und auf denen die Liedstellen sind, damit das Publikum später mitsingen kann. Ich glaube diese erste Predigt von Paul, die nur sehr wenigen frühen Vögeln gehörte, erklärte das Darlegen aller Sünden und Vergehen vor Gott im Gebet, dann die darauf folgende Ausführung der eigenen Wünsche und Bitten und die Dankbarkeit, Anerkennung und Wertschätzung für was Er tut und uns zukommen lässt, sollte auch nicht fehlen. Paul meint, dass eigene Wünsche durch Gott in Erfüllung gehen, wenn es Seinem Willen entsprechen. Warte mal… Bin ich eigentlich Christ geworden? Vielleicht hat man es aus den Augen verloren, denn viel berichte ich eigentlich nicht darüber. Das letzte Mal, dass ich etwas in diese Richtung angesprochen hatte, ist in meiner Erinnerung der Artikel gewesen, in welchem ich Nietzsche und sein Buch ‘Also sprach Zarathustra’ begeistert rezitierte und angeworben hatte. Dieser sagte ja Dinge wie: ‘Gott ist todt; an seinem Mitleiden mit den Menschen ist Gott gestorben.’ Tragisch… aber ähnlich wie diese Zeilen begeistern mich eben diese Gottesdienste, die mir überall auf dem Weg begegneten und bei welchen ich etwas mir völlig Fremdes entdecke. Nämlich wie Menschen ihren Gott haben und lobpreisen und lieben. Diese Worte von Paul und allen Gläubigen meiner tansanischen Reise, diese Euphorie im Gesang, diese menschliche Nähe im Austausch mit Glaubensgeschwistern. Jene, die bereits gefunden haben, scheinen einen Schatz von unendlichem Wert für sich entdeckt zu haben. Sie sind im engsten Kontakt mit jenem, von dem sie glauben, dass er alles und jeden schöpfte und dessen Sohn für unsere Sünden geopfert wurde. Wie wir durch den Glauben an Jesus einen Schild vor uns haben und jemand am Tage unseres Todes vor dem Gericht Gottes jemanden haben, der uns in Schutz nimmt, für all die Sünden, die uns sonst den Tod in Ewigkeit einbrocken würden.  —— 

Ok, ich muss hier einen geschichtlichen Umschwung einbauen, denn sonst geht mir die Chance darauf wieder fett flöten. Ich überspringe den Teil, wo ich mit den Musikanten hinterher noch nett Gitarre klappere und vermutlich Teil der Kirchenband werde. Ich gehe auch nicht tiefer auf die neue Freundschaft ein, mit einer Person deren einziger Name tatsächlich ‘Precious’ ist, die durch schulische Leistungen zu einem Studiengang in Bugando, unserem Krankenhaus, auserwählt wurde. ‘Elective Student’. Das steht falscher Weise auf meinem Mitarbeiterausweis und ich hatte mich immer gewundert, wer die rechtmäßigen Menschlein dahinter wären. Dass ich mit meinem Kumpel danach reinhaue, um zuerst Pommes in Rührei und Salat zu essen, um dann für Stunden spazieren zu gehen und auf höchste Hügelspitzen klettern, ist eh nebensächlich und dass wir danach mein erstes Fußballspiel in Tansania zwischen den beiden größten Mannschaften Simba und Yanga anschauen und dass Simba in den ersten 10 Minuten zwei Tore schießt und damit vermutlich Vereinsgeschichte schreibt und die Stimmung eine unbeschreiblich tosende und laute und dröhnende war in der Bar, ist auch völlig Wurst. Wen interessiert schon Fußball? Ich bin ab heute nur Simba Fan geworden, weil sie Spielertechnisch im Nachteil sind. Kann man sich so vorstellen, als wäre man Dortmund Fan. Aber irgendwie ganz anders. Simba halt. Und danach bin ich mit einem dicken 18.9L Wasserkanister die zwei Kilometer auf den Hügel nach Hause gelaufen. Im Dunkeln ohne Licht. - Ich komme grade von einem Telefonat wieder und um dieses muss dieser Artikel in seiner Essenz gehen, sonst wandert der Aufschrieb leider in die Tonne. Meine Erwartungen sind hohe, vor allem an mich selbst.

Ich hab Mama angerufen. Mama war schon im Bett. Bei ihr ist es zehn Uhr Abends. Ihr Ehemann fuhr vor zwei Stunden los, um bei seiner neuen Arbeit in der Schweiz anzukommen. Meine jüngste Schwester hat morgen Geburtstag und Mama hatte grade in der frisch sanierten Dusche das gemacht, was man in Duschen meistens macht. Wie inzwischen täglich, rufe ich einen Elternteil an. Diesen Kontakt habe ich die letzten Jahre des Fernlebens völlig vernachlässigt und große Schäden angerichtet, vor allem bei meinen Schwestern. Andere Geschichte… Mama hat wie immer Kapazitäten für mich und ihr Tag ist scheinbar schnell erzählt. Auf jeden Fall führt sie ihn nicht weiter aus und übergibt mir die Bühne des Anrufs. Ich komme von dem hier auch erzählten Morgen bis in die Kirche und da bleiben wir lange hängen. Ich hatte hier den Artikel vor mich hingeschrieben, bevor ich Mama angerufen hatte. Da wo ich den Umschwung starten wollte, kam ich vom Telefonat wieder. Ich hatte ihr aus dem Grund auch relativ ähnlich von dem ersten Teil der Kirche erzählt und führte es aber in dem Gespräch mit ihr anders fort, als ich es hier zu schreiben vermocht hätte. Diese Chance will ich ergreifen und unser Gespräch in die Form der Worte zwingen, auf dass sie schön und anschaulich wären, wie tote, in Essig eingelegte Tiere in Glaszylindern. Schöner als die… Ich erzähle ihr vom Glauben. Ich habe ein wenig Angst los zu schreiben, denn wenn ich es zu Ende brächte, dann säße ich vermutlich knietief in einer christlichen Todsünde. - 

Mama hört von ihrem Sohn in der Kirche beinahe zum ersten Mal. Ich versuche ihr zu erklären, dass ich nur alle paar Wochen gehe, weil es immer eine lange Weile braucht, bis ich diese Welt des Glaubens richtig verarbeite und bis ich meinen Geist genug beobachten konnte, um einzuschätzen wie er mit dem erlebten und gehörten umgeht. Ich erkläre, dass Paul in seinen Predigen und in den vielen Minuten danach, die er sich immer anschließend für mich nimmt, stark auf mich wirkt und ich in scheinbar unbekannten Tiefen berührt bin von dem was er spricht. Ich hatte Paul selbst heute gesagt, dass ich lange Abschnitte der Woche wie durch eine Nebelwand hindurchschreitend erlebe und erst hier ankommend klar sehe. Ich meine oft nur ihn klar und deutlich zu hören und seine Worte schienen mir auf welche Weise auch immer von unleugbarer Relevanz. Mama hört, dass ich mich in einem tiefen Zwiespalt befinde und ich spare nicht an Worten, als ich beschreibe was jene Gläubigen gefunden haben. Welchen Wert diese Nähe zu Gott hat und wie ein Mensch so von etwas erfüllt sein kann. Ich wünsche allen Menschen auf der Welt so etwas finden zu können, so zu fühlen und wie jene hier mit Gott leben zu können. Ich bewege mich auf der Bahn, Mama zu fragen, warum man denn nicht einfach auch glauben könnte. Was einen davon abhält, selbst einfach so etwas wunderschönes zu erleben. Man würde doch vielleicht gerne dahin kommen, aber etwas in einem blockt völlig ab bei dem Gedanken, diesen als Kind und Jugendlichen abgelehnten Ansichten auf einmal Glauben zu schenken. Was hatte man sich damals nicht alles gedacht? Ich hatte diese merkwürdigen Erzählungen von Gott mit dem Glauben an den Osterhasen und den Weihnachtsmann gleich geschrieben und irgendwann als lächerlich abgestempelt. Meine Eltern hatten keine Religion und gemeinsam beneiden Mama und Sohn die Kinder, die mit einem solchen Ding wie Glauben großgezogen worden sind. Allerdings fragt man sich auch, ob jene nicht irgendwann auch mal kritisch dahinter schauen müssen und sich wundern was man da als Kind durchgehen hat lassen. An dem Punkt hake ich ein und sage Mama, dass ich zwar verstehe, dass sie auch findet, Kinder mit Glauben hätten es besser, aber ich meinen langen Weg des Suchens trotzdem viel schöner und spannender finde. Vor allem konnte ich so die Thematik aus ganz anderer Richtung angehen und war nicht auf jeden Tropfen Information der Religion angewiesen, sondern kann die jetzigen Eindrücke mit meinem Verständnis von davor abgleichen und daran wachsen. Ich habe bereits Erfahrungen sammeln dürfen, die meine eigene Weltansicht, Wahrnehmung von Realität und Gott prägten, bevor es Religion konnte. An dieses Verständnis möchte ich gleich noch anknöpfen. Denn ich lernte davor noch, dass meine Großeltern, also die Eltern meiner Mama, scheinbar gläubig sind. Das hatten sie nie angesprochen und meine Mutter muss noch viel überraschter gewesen sein, denn sie lernte es als völlig erwachsene Frau bei einer zufälligen Frage, die sie an ihre Eltern richtete. Das muss einen ganz schön aus der Bahn werfen, wenn die eigenen Eltern das nie erwähnt hatten. 

Mama wollte ich erklären, warum ich einen Gott und einen Glauben hätte, aber warum sich etwas in mir streubt einem gefertigten Bild einer Gottheit nachzugehen und seinen Sohn, einen Menschen, als Gott anzuerkennen. Meine Vorstellung Gott existiert schon länger. Mein Bewusstsein darüber erst seit kurzem. Also seit zwei Jahren und ein bisschen. Es hatte da irgendwann mal Klick gemacht. Ich erzählte Mama über Umwege davon und ging über das Treffen eines Christen hier in Tansania und unsere Unterhaltung. Dieser hatte, so sagte ich, das erste Mal etwas ausgesprochen, welches sich von meiner Wahrnehmung von Gott und der der Christlichen scheinbar nicht unterschied. Er hatte damals folgendes gesagt: Wenn alles was wir sehen, spüren, wahrnehmen und über dessen Existenz wir wissen aus Teilchen bestehen, sagen wir Molekülen, und jene aus Atomen und diese dann aus Quarks oder so und vielleicht noch was kleineres - so wäre Gott das Teilchen, welches noch viel kleiner ist und welches Quarks erbaut. Mit diese Worten sprach er aus, dass Gott der Grundbaustein, der Stoff von Allem wäre. Ich meine, dass das Universum und die Erde, jeder Stoff in meinem Zimmer, meine Haut und meine Gedanken dieser Gott wären. Mama gefällt dieser Ansatz ebenfalls und ihre Erinnerung lässt sie aussprechen: Gott ist in Allem! Ich hätte gesagt: Gott ist Alles. Als Sprachbegeisterter lasse ich mich danach darüber aus, wie wir Menschen einfach einen Term gefunden hatten, der diese unendliche Komplexität aller Existenz in einem Wort fasst und wir hatten dann auch noch bildliche Vorstellungen und Personifizierungen vorgenommen und ihn in der Bibel Sätze sprechen lassen. Ganz kurz lasse ich mich darüber aus, wie sehr mich das Ende von Exodus im Alten Testament geärgert hatte, wo Gott Seite um Seite Stoffe und ihre Verzierungen und Objekte beschrieben hatte, aus teuerstem Material, die von ganz bestimmten Leuten aus der afrikanischen Ethnie der Israeliten hergestellt werden sollten. Die Bibel hatte in mir so viel Negatives ausgelöst, dass ich mich mit diesem Teil nicht im Ansatz anfreunden konnte. Was ehrlich schade ist. Mama meinte trocken, dass die Bibel und der Glaube einfach ewig dafür genutzt wurde, andere zu benutzen, sie zu manipulieren und die Herrschaft bestimmter Gruppen zu rechtfertigen. Die Bauern Russlands, die Versklavten zu allen Zeiten, der Arme und der Reiche. Immer war eine Bibel in der Hand des Falschen, der Gottes Wort für sich benutzte. 

Zwei Dinge dazu. Wir als Europäer haben eine dunkle Vorgeschichte mit dem Christentum. Wir wurden Jahrhunderte lang beraubt, angelogen, dumm gehalten und haben es irgendwann und endlich geschafft uns davon zu trennen. Danke Wissenschaft, danke Philosophie und Aufklärung, danke Nietzsche du geile Sau! Dass wir die Kirche loswerden konnten, kam zu einem hohen Preis, denn die meisten verloren den Glauben dazu, weil er über die Jahrhunderte zu sehr abstrahiert wurde und von der Kirche geprägt. Man hatte vielleicht gedacht, das eine hätte was mit dem anderen zu tun. Es ist eine zufällige Institution die eine Menge Geld damit machte, dass wir glaubten. Sie brachten uns ja auch bei wie wir zu glauben hätten. Vielen Dank auch. Andere noch christlich Gläubige glauben nur an den Gott aus der Bibel ohne den größeren Rahmen dieses Gottes zu begreifen. Ihnen fehlt es völlig an eigener Spiritualität, um etwas höheres zu begreifen und schon hat man den Salat. Ich kenne viele die spät im Leben dazu aufwachen, dass es einen größeren Rahmen gibt und die sich stark von der Religion hintergangen fühlen, immer nur dem Phantom dieses Institutionskonzeptes nachgerannt zu sein. Die zweite Sache: die Israeliten sind einer der undenkbar vielen Ethnien, die vom Heimatkontinent der Menschheit, Afrika, auswanderten und jetzt die restliche Welt besiedeln. Jesus war Schwarzer. Was sind diese abstrusen Gebilde in allen Kirchen in Deutschland? Wer ist dieser weiße Dude am Kreuz, den die Leute da anbeten? Was mich genauso nervt ist, dass ich mit so gut wie niemanden in Tansania bisher über unsere Menschheitsgeschichte reden konnte. Dass diese religiöse Propaganda echt nochmal so geklappt hat und dass ich nun Leuten zuhöre, die mir von Adam und Eva erzählen, ist allein die beschissene Schuld von Europäern und ihren verdammten Missionaren - diese vermaledeiten Kulturschlächter! Diesen Schaden soll mal jemand wieder gut machen… viel Spaß. Wurst, eh alles schon rum. Aber trotzdem nicht Wurst!! - Und wenn wir schon mal bei Jesus sind, (und jetzt kommen wir zum witzigsten Teil unseres Telefonats, weil wir uns vor Lachen krümmten und zustimmten und froh waren, dass wir gleich dachten) ich habe mit vielen Rastafari in Tansania geredet und bekomme immer ein ähnliches Bild und eine ähnliche Wahrnehmung. Die Guten haben das ganz gut begriffen. Besser als ich, alle Male. Sie selbst sind zwar vom selben Gott wie Jesus überzeugt, aber beziehen sich auf ihren Messias Haile Selassie, der frühere Imperator von Äthiopien. Super interessante Sache und ich bitte dich das im Selbststudium weiter auszuführen. Sie beziehen sich genauso auf die Bibel und sind eine abrahemische neue Bewegung aus den 1930’er Jahren. Ihr Gott heißt Jah. Ich habe die besten Zeiten auf der Reise gehabt, wenn ich neben Rastafari gesessen bin, vielleicht grade mit Rauch im Raum, und der olle Rasta mir Geschichten von Jesus erzählt, als wäre jemand eben der Bruder und Mitmensch, der er nun mal war. Mein Liebster, der gute Godwin aus Moshi am Kilimanjaro, erzählte das ganze so: Er eröffnete mit der Frage, wieso ein so friedlicher und gut handelnder Mensch wie Jesus jetzt mal ganz for real an ein bekacktes Holzkreuz genagelt wird. So ein Kreuz ist echt endlos doof. Der darauf folgenden Punkt ist dann die Bibelgeschichte des jungen Jesu, der in dem Tempel seiner Glaubensbrüdern, ein paar anderen Juden, wütete, was ihnen denn einfallen würde hier drinnen Stände zu haben und an Gottes Ort Sachen zu verscherbeln. Der süße kleine Jesus war vielleicht also noch anders drauf, als der Heilige später. Hätte der zwölf jährige Bub mit hoher Stimme im Eingang stehend freundlich gebeten: ‘Ach, liebe Leute, lasst das doch lieber bleiben. Glaubt ihr denn nicht, dass das voll doof für Gott ist und so?’ Dann wäre einer aufgestanden, hätte ihm vielleicht eine geklatscht für so eine freche Anmaßung gegenüber seinen Ältesten oder sie hätten ihn einfach freundlich aus der Tür geschoben und gebeten nach Hause zu gehen. Stattdessen war das ein ganz schöner Aufstand, den er da losgetreten hat. Seine Eltern durften sich bestimmt einiges an Tadel anhören über ihn, aber haben ihn hoffenltich weiterhin bestärkt. Ich meine, der Mann war später Zimmerer! In einer Zeit wo der Knochenjob ein noch viel gröberer Knochenjob ohne Akkuschrauber und Motorsäge und feinen Nägeln war. Der Mann war vielleicht nicht ganz so breit wie hoch, aber doch definitiv ein sehr gut gebauter junger Kerl mit sehr festen Ansichten und hohem Selbstbewusstsein. Man könnte glauben er wäre unantastbar und vermutlich war er lieber allein, als mit zufälligen Leuten, die ihm nicht ganz ins Schema passten. Der dunkle, echt coole Vollbart und dann irgendwann die Entscheidung den Quatsch mit der Bauarbeit hinter sich zu lassen, schufen einen Charakter, den man nicht so schnell vergisst. Ich weiß nicht wann er ausgezogen ist, und ich hoffe sein Vater, oder ja wohl eher nicht sein Vater, Josef, hat ihn nicht rausgeworfen. Seine Frau hatte ihm damals irgendetwas vom heiligen geist und einem Engel erzählt… hat sich jemals jemand die Zeit genommen Josef zu fragen, wie’s ihm damit geht? Und wer war die Jungfrau Maria? Für was steht das Wort ‘Jungfrau’? Ist das Hebräisch?? Ich verstehe allerdings trotzdem, warum die Katholiken so auf sie abgehen. Auf der einen Seite Frauenquote, die ja schon dermaßen im Keller bei der ganzen Geschichte ist, und natürlich ihr Part der Geschichte ihrem Sohn dieses Geschichtsvermächtnis zu vermachen und ihm von Anfang an als guten Juden zu erziehen und ihm die Bibel beizubringen, wo Gott scheinbar fünfhundert Jahre vor seiner Geburt ihn selbst, Jesus, ihren eigenen Sohn angekündigt hätte. Die Geschichte mit seiner Geburt, bei der niemand dabei war, außer ein paar Wiederkäuer und, ach ja, Könige, gleich drei, die hat sie ihm vielleicht gerne zum Einschlafen fabuliert. Dann die paar nötigen Bibelstellen und der junge Jesus hätte ein ziemlich hohes Selbstvertrauen. Essenziell sich als auserwählt und besonders zu empfinden, wenn man Großes verändern möchte. Man braucht dieses Vertrauen ins Selbst auch, wenn man dann einfach mit ein paar Kumpels, zwölf an der Zahl, aufbricht um durchs eigene Land zu reisen. Ich spreche da aus Erfahrung, denn wenn man kein Bock auf die normale Arbeitswelt hat, dann klappt sowas auch. Ich mach’s ja auch grade und wer weiß, vielleicht spreche ich meinen Poncho einfach irgendwann heilig und reise dann auch Reden haltend durch ein Land. Statt Israel halt Deutschland. Man muss sich aber nochmal vorstellen, wie verdammt gefährlich Reisen zu der Zeit war. Er hatte keinen Rucksack, kein Handy und keine Karte. Nur ein paar genutzte Strecken von allerhand reisenden Kaufmännern und ihren Karawanen. Für solche Einblicke möchte ich ganz ganz unabhängig mal das phänomenale Buch ‘The Greatest Salesman in the World’ empfehlen, weil es da genau um diese zeit geht und man Israel besser versteht. Man könnte auch einfach die Bibel lesen. Ich glaube das ist der vorgesehene Weg, wenn man über Jesus lernen möchte. Aber durch Og Mandino’s Worte kommt das Ganze auch ganz lebendig rüber. An Jesus Existenz muss man übrigens nicht Zweifeln. Dieser Mann ist so echt wieder jeder von uns und nun geht es darum zu verstehen, wer er denn wirklich war. Bisher hat er seinen Job als Zimmerer aufgegeben und reist ziemlich mittellos umher. Zuhause hat er vielleicht schon ausprobiert zu predigen, aber das wird wohl eher schlecht funktioniert haben. Die Leute kannten ihn ja, sahen ihn mit aufwachsen, und dann stellt sich der Dude eines Tages hin und behauptet, dass er Gottes Sohn ist. Versuch dass mal in deinem Kaff zuhause und analysiere die Reaktionen. Wenn die Leute anfangen Dinge zu werfen, dann ignoriere die Tomaten, aber konzentriere dich auf die faulen Eier; die sind viel schmerzhafter und der Geruch geht ewig nicht aus den guten Leinenklamotten raus, die dir der Händler Hafid an der Ecke zur Stammkneipe von Nazareth zu teuer vertickt hatte. 

Der Rasta spricht weiter: stell dir vor da kommt so ein Trupp aus dreizehn Männern in deine Stadt. Sie stoßen deinen Raum auf, sagen wir du bist wohlhabender Jude und sitzt mit deiner Familie grade beim Abendbrot und dann stehen die Jungs auf einmal da. Ey, ganz ehrlich, da würde ich auch spurten und den Eindringlingen alles zubereiten und den Typen an der Spitze mit ‘Mein Herr’ ansprechen. Olle Jesus hatte also eine absolute Gang um sich, was nicht heißt, dass sie Böses gemacht haben, aber den Respekt hatte man auch ohne gute Taten. Bei seinen vollbrachten Wundern kann man aber echt nicht dahinter kommen, wie so etwas im Geiste der Wissenschaft passiert wäre. Das muss entweder Gott oder Schilddrüsenunterfunktion gewesen sein. Ich will auch niemanden den Glauben daran nehmen, denn Wunder passieren. Wenn man ganz doll dran glaubt. Und wenn du ganz doll daran glaubst, dass du grade den Sohn Gottes vor dir hast und jener sagt, dass er dich nun heilt, dann ist das auf vielen Ebenen bestimmt eine große Hilfe. Selbstheilung gibt’s ja auch und wir leben im Zeitalter der Globolis, sprich wir sind ja richtige Kenner was Hokuspokus anbelangt. Er hat schon wirklich tolle Sachen gemacht und er hatte früh genug verstanden, wie wichtig dieser Aspekt des Showmanships in diesem Business wäre. Es gab ein Publikum zu begeistern und das musste gut durchdacht und geplant sein. Trotzdem hat er bestimmt viele geheilt, selbst wenn die Hälfte der Leute bezahlte Simulanten wären. Solche Tricks hat die Kirche noch viele viele Hundert Jahre durchgeführt, um ihre hungernden Anhänger von Wundern zu überzeugen. Oldest trick in the box. Das klappt wirklich immer wieder. Und Goethe hatte es in Faust so schön durch den Mund des Direktors sagen können: er solle hinsehen und erkennen, dass er weiches Holz zu spalten hätte. Die Leute dursteten nach Geschehnissen und sie waren noch völlig auf den mündlichen Austausch aller Geschichten angewiesen, sprich die Leute waren allesamt wundersame Geschichtserzähler. Das merkt man auch in vielen Bibelstellen, wo Menschen etwas aufgetragen wird und sie reisen tagelang, um es dann Wort für Wort der besuchten Person zu überbringen. Diese Kapazitäten hätte der Mensch, wenn man nicht den ganzen Tag den Bildschirm von einem TikTok zum nächsten peitschen würde. Noch ein so ein Kommentar und ich habe vermutlich die gesamte Welt gegen mich. Oh oh.

Naja, am Ende hat Judas den ganzen Spuk beendet und dann war’s der andere, der so viel später davon berichtete, vielleicht Paulus Saulus der Christenjäger und Mörder, der später aus Erfolgschancen und anscheinend vielerlei Ahnung in der Geopolitik die Seiten wechselte. Der Dude hatte einfach den größten Spaß überhaupt beim gemeinsamen Reisen gehabt, er war ein wunderbarer Erzähler und ein genialer Schriftsteller. Gut, dass dieser die Reise und das Erlebnis seiner Existenz schlechthin so für seine Nachwelt aufbereitet hatte. Mit den Verkaufszahlen hatte er bestimmt auch ausgesorgt - 

nein… das habe ich nicht alles wirklich geschrieben, oder? Oh Gott, und ich war heute so so kurz davon meinem Pastor nach dem Dienst ins Gesicht zu sagen, dass ich auf Christus vertraue und mich taufen lassen möchte. Das war heute Morgen!! Ich war so knapp davor und als ich das Mama erzählte, meinte sie, ich müsste mich einfach drauf einlassen können. Die Frau bestätigte mich aus aller Liebe heraus und fünf Minuten später lagen wir auf beiden Enden des Hörers lachend am Boden und machten uns lustig darüber, für wen man Christus hielt, während er einfach nur der coolste Backpacker aller Zeiten war und das Glück hatte einen legendären Abgang in seiner Tasche zu haben. Das Ding mit dem Kreuz und der Symbolik kam ihm sehr zugute. Hätte ihm ein Kamel einfach in die Bauchgrube getreten, als er versuchte Milch zu klauen, oder wäre er unglücklich ausgerutscht oder an einer Fischgräte erstickt, dann wäre aus dem ganzen Mist gar nichts gewachsen. Ich empfehle allen sehr, sich darüber aufzuklären, welchen Weg die Geschichte von Jesus machen musste und welche Reiche es in der Zwischenzeit gab, dass dieser zufällige Dude aus Nazareth zu der Größe kam, die er nun trägt. Wenn man das weiß und trotzdem so an ihm hängt, dann grenzt das an einen Akt der Verzweiflung. Aber ich verstehe es trotzdem. Jesus ist wirklich verdammt cool. Wenn mal jemand Geschichte geschrieben hat, dann er. - 

Es kommt hier noch nicht zu einem Ende. Mama spricht weiter. Sie sagt, sie sei völlig davon überzeugt, dass unser Erdenleben einfach durch Zufall entstehen könnte. Sie weist darauf hin, dass all diese kleinen Punkte am Nachthimmel Sonnen sind und dass die Sichtbaren nur eine einzige Galaxie im beinahe endlosen Universum seien. Dass wir mit der geeinten Lichtverschmutzung unseres Himmels durch unsere Zivilisationskerne verkörpert im Konzept der ‘Stadt’ sowieso nur kleinste Einblicke in die grandiose Menge an Sternen und dementsprechend Sonnen unserer Milchstraße haben, ist hoffentlich den meisten klar. Wenn man sich nun ausmalt, wie unendlich viele Sonnen es überall gibt und all jene der unseren nicht ähnlicher sein könnten, zumindest was den Rahmen eines runden und hellen Feuerballs angeht, so stellt sich doch die Frage, was auf den Planeten abgeht, die um jede einzelne Sonne schwirren. Um jede dieser Sonne geistern Gesteinsbrocken ähnlich zu unseren Planeten und Monden umher und wer wären wir aus Blödheit zu behaupten, dass so was wie die Erde einmalig wäre. Überall ist die gleiche Grundlage zur Chance auf Leben enthalten. Wer denken wir zu sein, dass wir allein sind? Und da wollte ich Mama in aller Begeisterung zustimmen, aber stattdessen kam in mir kurz eine Art kleiner Trauer für meine Mama hoch, die noch nicht das große Geschenk bekommen hatte ihre Menschen gefunden zu haben, die über so etwas so gerne quatschen und philosophieren. Papa ist zwar eine solcher Personen, aber eine gesammelte Gemeinschaft ist doch etwas anderes. Gruppenunterhaltungen über solche Dinge können Momente und Erinnerungen für viele Jahre erschaffen. Ich kenne so viele Menschen dieser Interessensart und ich kann meine Mama voll in dieser Szene wieder erkennen. Stattdessen hatte sich der Zufall meine Mama direkt nach der Schulzeit als Bankkauffrau geschnappt. Für zwanzig Jahre. Aber sie ist begeistert, als ich das mit Gleichgesinnten überall auf der Welt kurz anspreche. Ich habe viele von den Leuten getroffen, vor allem eben auf Reisen und beschreibe sie als jene, die irgendwie zwei Armbänder zu viel tragen, oder die über eines ihrer selbst designten Tattoos fünfzehn Minuten erzählen können; die in ihrer Hutkrempe einen Joint haben oder die barfuß durch die Gegend schlendern und alleine unter Bäumen pausieren und aus der zehn Mal wieder aufgefüllten Wasserflasche sippen. Minimalisten, Freigeister, Bürger der Welt, Menschen in einer falschen Genration. Die Unnorm repräsentieren. Meine Mutter hätte in meiner Lebenssituation super in diese Community der Weltbürger*innen und Extremreisenden gepasst und diese Gespräche und Erfahrungen sehr genoßen, das weiß ich. Stattdessen schenkte sie mir als Mama alles was nötig war, um es selber zu erleben. Vermutlich mehr unbewusst, aber immerhin. Ich ging in unserem Gespräch einen Schritt weiter und möchte dich als lesende Person vor jenem auch nicht bewahren. Es muss eh eines Tages zur Debatte des öffentlichen Diskurses werden. Wir hängen in vielem noch so hinterher… 

Also zuerst erzähle ich Mama vom spirituellen Streben und den Erkenntnissen der Welt, die sich durch Erfahrungen und eben solche Gespräche mit frei Denkenden ergeben. Ich möchte ihrem Ausspruch, dass wir nicht die einzigen Lebenden im Universum sein könnten, etwas hinzufügen, mit dem ich während Kanada in Berührung kam. Meine Mama hatte damals so halb mitbekommen, wie ich Dinge ausprobierte, die vielleicht nicht mit jedem Elternteil okay gewesen wäre. Ich habe zu Zeiten wieder angefangen zu rauchen, wie davor während meiner Arbeit in Deutschland. Und weil Kanada eben das perfekte Land dafür ist und ich endlos interessiert an der Materie war, habe ich eben auch viel an Cannabis konsumiert. Mehr als nötig. An molligen Winterabenden mit Kerzenschein im Zimmer, welches an der noch nach Holz riechenden Decke flackert, mit langsam fallenden Schnee draußen in der Abenddämmerung und zusammengekauert auf meinem Sofa von Beet mit zwei Decken drüber und Weihnachtsschmuck am Fenster, saß ich also eingekuschelt da und habe bekifft über das Reich der psychedelischen Substanzen gelernt. Gleich mehr dazu. Bekifft bin ich übrigens kaum für Späße zu haben. Das Fressen von Ungesundem macht mir High so wenig Spaß wie sonst auch und genauso wenig wie nutzloser Medienkonsum oder Zeit verplempern. Wenn ich bekifft war, galt es diese besondere Zeit aufs ärgste zu nutzen. Ich wusste, dass ich mir mit dem Konsum nichts Gutes tue, da ich unter 21 Jahren alt war und zu viel rauchte, und hatte nur vor, körperlich und geistig so viel wie möglich aus dem Ausnahmezustand zu ziehen. Was Tetrahydrocannabinol mit meinem Kopf macht, kann auf eine Art Hyperfokus und eine großartig gesteigerte Motivation etwas zu tun runtergekürzt werden. Das hieß Work-Outs und Dehnungen ohne Ende, Gitarrenstunden und Praxis, ewiges Tagebuch schreiben und meine Bücher lesen und dabei ganz neu zu erleben und eben die Anfänge meiner eigenen Meditation auszuweiten. Vor allem das war die Vorbereitung von was ich grade leicht abgeschwenkt war. Oder ‘abgeschwunken bin’, weiß nich… Ich hatte Mama einfach erzählt, was ich in den YouTube Videos dieser wunderschönen Abenden meiner Erinnerung gelernt habe. Dort lernte ich neben LSD, MDMA, Meskalin, Ibogaine, Pilzen, Phencyclidine, Ketamin, San Pedro, Peyote, 2C-I, Salvia, DOM und Ayahuaska nämlich auch DMT kennen. Di-methyl-triptomin oder so ähnlich. DMT ist die stärkste psychedelische Substanz von der so gesprochen wird und sie ist natürlich. Falls es noch unbekannt ist, hier kurz die Definition von psychedelisch: ‘das Bewusstsein verändernd; einen euphorischen, tranceartigen Gemütszustand hervorrufend’. Etwas untertrieben. Wen es wirklich interessiert sollte beginnen die Bewegung der Hippies aufzuarbeiten, Terrence McKenna kennen lernen und über Urvölker und ihre Zeremonien lernen. Also über die Zeitpunkte der Weltgeschichte an dem Menschen pur liebend zusammen kamen und nur Mensch sein wollten in Einklang mit der Natur. Psychedelisches Zeug kann deine Realität kurzzeitig in der Luft zerfetzen, deine Sinne aufs Ärgste beeinflussen, beeindruckendste Visionen und Halluzinationen hervorrufen und einen sogenannten Ego-Death hervorrufen. Das wohl allseits bekannteste und legendärste aller Phänomene. Und trotzdem gibt es keine Droge, die bekannter Weise sicherer wäre als zum Beispiel Pilze oder LSD. 

Sowas darf sich eine von Kaffee, Zucker und Nikotin abhängige Gesellschaft gerne notieren. Wir denken schlecht von natürlichen Substanzen, die uns die Natur schenkte um unser Bewusstsein zu erweitern und reicher zu erleben, aber schenken unseren Freunden Schokoladeaus Kinderarbeit, trinken Milch von Vierbeinern, denen die Kinder für unseren Milchgenuß genommen wurden und konsumieren W-Lan lieber, als die frische Luft. Was hat dieser Lebensumstand in Zivilisation aus uns gemacht? Was meinte man mit dem Ausdruck ‘Zivilisation’? Und unter welchen Meinungen hatte man die ‘Wilden’, also unsere Urvölker und somit das Heilige dieser Welt, abgeschlachtet und versklavt? Man wundert sich doch, wer wir als heutige Gesellschaft sind und auf welchem Fundament man uns erbaute und wie viel Wert unsere Meinungen und Denkweisen hätten, wenn sie Abermillionen den Tod brachten und schlussendlich den Planeten vernichten. Ich meine es wäre besser dem allen zu entfliehen und lieber nichts zu wissen, als auch nur eine einzige vorgefertigte Meinung aus diesem System zu übernehmen. Dieser Weg des Suchens nach eigenen Antworten nennt man umgangssprachlich das ‘Spirituelle Streben’. Die Meditation von der wir nachher noch sprechen, ist das Werkzeug und der Weg um diese Antworten zu finden. In uns selbst. - So, wieder zurück zum Punkt.

Wer nun aufwacht, entweder durch die Führung einer heiligen Substanz oder durch langes Streben und ewiges Suchen, die oder der wird Schwierigkeiten finden, die erkannten Werte und Moralen und Ansätze auch wirklich in Fülle in das gegebene System einfließen zu lassen. Der beste Weg ist fern von dem unseren und unser System ist nicht offen für alles, auf keinen Fall. Wir hätten die geballte Kraft der Wirtschaft gegen uns, wenn wir anfangen zu sehr Mensch zu sein, durch solche und ähnliche Substanzen Dinge aufarbeiten, die unser Denken frei von den Ketten unserer Gesellschaft machen und wenn wir dadurch gegen das jetzige Treiben der Welt wären. Sowas kann zum Problem eines Staates werden, der darauf ausgelegt ist auszubeuten, zu wachsen und Kriege zu führen. Wir wissen ja so halb was mit liebenden Menschen passiert, die nur Gutes wollen. Entweder landen sie am Kreuz oder sie werden wie die Hippies strategisch in ihrer Wurzel vernichtet, weil jene keine Lust hatten in einem Krieg weit weg für ein Land, welches sie nicht mögen zu sterben und stattdessen liebend, tanzend und künstlerisch tätig zusammen leben wollten, als Gemeinschaft. Das ist eine klare Botschaft an die Welt. Und diese klare Botschaft lässt mich jetzt schon um mein Leben fürchten, weil ich durch den Willen Gutes zu tun, genau in diese Schussbahn rutsche und vermutlich als billiger Märtyrer ende, der nicht so viel Glück haben wird, wie Jesus darauf folgende Berühmtheit. Und trotzdem wähle ich tausend Mal diesen Weg, bevor ich nur daran denken würde im Strom dieses Gifts mitzuschwingen, welches aus den Adern unserer westlichen Welt strömt. 

Mama sprach von Leben außerhalb des Planeten ‘Erde’ und ich sprach von Drogen. Warum? Weil ich erzählen wollte, was ich über DMT und seine Wirkung lernen durfte. Dein Zweifel an allem ist immer gerechtfertigt, aber wir dürfen nun trotzdem langsam die Augen öffnen und aufwachen. Wir wurden verarscht, sorry Leute! Naja, Schwamm drüber - DMT bekommt man aus einer Liane im Amazonasregenwald und mit ein paar anderen Dingen im Gemisch, wie zum Beispiel Syrian Rue Samen bekommt man daraus eine super Mischung. (Syrian Rue verlängert die Dauer des Effekts auf die HT2A-Seratonin-Rezeptoren erheblich und so kann aus einem 15 Minuten langen Trip auf purem DMT auch mal ganz schnell das acht Stunden Erlebnis von Ayahuaska werden, welches ein Gesüff aus DMT und eben Syrian Rue ist -  ey, Fun Facts mit Lennart, dem ollen Drogenheini… wenn das nicht knallt. Crazy welchen Scheiß man im Internet so lesen kann. DMT schickt die Betroffenen, deren Berichte ich lese und anhöre, in eine Art Lichttunnel welcher aus puren Farben und Formen in der immer ändernden Form von Kaleidoskopen an einem vorbei schießt. Man verliert die Realität und Sinneswahrnehmungen vor den Augen und ist nur noch im Meer aus farblichen Sinneseindrücken. Was vor dir war, löst sich auf und langsam wird deine Realität zu jenem überirdischen Tunnel der Unendlichkeit. Die Leute beschreiben dort hindurch zu schießen und dass diese Zeitspanne die wohl längsten 15 Minuten eines Menschenlebens ausmacht. Am Ende, und jetzt kommen wir zu Mama und ihrer Vermutung, erzählen viele viele Personen von überall auf dem Planeten zu allen Zeiten des Menschseins, dass sie eine übermenschliche Form an eigenartigem Rieseninsekt antreffen, welches hinter dem Tunnel wartete. Lachend erzähle ich ihr, dass das für viele Menschen wie ein aufwachen zu der Realität ist, von wem denn alles auf der Welt gesteuert wird und was hinter all dem hier steckt. Wir sind die Puppen eines Insekts. War mir schon immer klar, dir nicht? ;) Sachen gibt’s… aber diese Wahrnehmung und dieses Erlebnis wird in unzähligen Geistern der Welt zu jeder Zeit der Existenz gleich erlebt. Ich hoffe sehr darauf, dass die intelligente lebende Art auf einem anderen Planeten riesige Insekten sind. Es wäre unwahrscheinlich lustig jetzt mit Verschwörungstheorien anzukommen und ich sehe deutlich wie man anderer mit Freude damit sein Lebensschaffen erbaut und sich solche Geschichten ausdenkt. Guck mal, ist doch ganz klar! Die Rieseninsekten vom Planeten Leberkäs haben uns die Insektengattung selbst geschickt, die uns nun beobachtet und ausspioniert. Über die Hirnfrequenz bei einem DMT Erlebnisses können sie mit uns in Kontakt treten und über 1.3 Millionen Lichtjahre hinweg mit uns kommunizieren. Einfach weil Gedanken schneller als Licht sind. Da haben sie sich dann ein Gerät gebastelt und jetzt checken sie ab und zu mal die Lage und gucken, ob wir immer noch die Parasiten der Erde sind, die ihren Lebensraum verbrauchen und vernichten und sich am Ende alle selbst umbringen, oder ob wir inzwischen zurück zum Pfad des Lichts gefunden hätten… gebt uns nicht auf ihr lieben Grashüpfer!! - vergesst das Reise-Journal, ich habe meine schriftliche Leidenschaft gefunden xD

Eigentlich geht’s mir bei der ganzen Sache aber um etwas ganz anderes. Religion ist ein toller Rahmen, um etwas sehr sehr großes verständlich zu machen. Glauben ist etwas für jeden Menschen essenzielles und dass wir es zu solch einem kleinen Teil unseres Lebens machten, ist bitter. Schuld der Kirche, nicht der von Aufklärung. Das spirituelle Streben ist menschliches Grundrecht und ist wohl die größte und spannendste Reise eines jeden Menschen. Und Jesus Josefson ist ein wirklich cooler Dude, der tausende von Jahre Menschheitsgeschichte inspiriert Gutes zu tun und wie er leben zu wollen. Und Halleluja, bitte leben wir wie er. Reisen wir durch unser Land und predigen über die Vollkommenheit der Schöpfung, über die Schönheit der Existenz, über menschliche Freuheit und tun dabei das Gute. Ich bin auch dem Weg dahin… willst du dabei sein, wenn die Rotation von Gen.ZM im Frühjahr 2027 startet. Frag dich mal… jetzt, 2000 Jahre nach olle Jesus, wär’s vielleicht mal wieder an der Zeit den Leuten zu erkläre, wie groß dieser Gott wirklich ist und dass es weit mehr zu verstehen gibt, als das Konstrukt was uns Kirchen da schönes hingezaubert haben, um uns von tiefgreifenden, menschenverändernden Erkenntnissen und eigener Glaubensfreiheit fernzuhalten. Als freie Geister und individuell strebende Seelen haben wir nur erschreckend wenig Nutzen für ein System welches auf Abhängigkeit und Konsum ausgerichtet ist. Ohne jemandem etwas unterstellen zu wollen - die Geschichte spricht leider für sich. 

Jetzt sitz ich hier Finger knackend… ich hatte wirklich nicht vor das alles zu schreiben. Ich hatte gedacht es würde Jahre dauern, bevor ich meine Zeit in Kanada wie hier öffentlich publiziert erwähnen würde. Ich dachte, dass ich mich aus Religionskritik raushalten würde, weil ich in der Gesellschaft schon genug Gegner schaffen würde, durch den simplen Tatbestand, dass unsere Bewegung Gen.ZM schwerster Antikapitalismus, Antikonsum, , Antitourismus, Antiabhängikeit ist und stattdessen das Soziale belebt, uns vom Medium befreien möchte, uns fähig und gebildet machen will und der Welt helfen möchte, statt sie wie durch unsere Wirtschaft und bisherige Lebensweise weiter zu zerfressen. Oh oh, bestimmt bekomme ich für den ganzen Mist irgendwann ganz schön auf die Fresse. Mama, für uns beide hoffe ich bis dahin, dass wir noch viele weitere wunderschöne Unterhaltungen wie diese heute haben dürfen und zusammen die Menschen der Welt erleben können. Maria hatte das bestimmt nicht gefallen, dass ihre Erziehung den Jungen ans Kreuz bringt. Also ehrlich, was für ein Scheiß für eine Mama. Ich hoffe dir versprechen zu können, dass diesmal alles ganz anders wird. Thomas Anders!!

Hier eine kurze Textstelle, die nur Randnotiz wurde und es nicht ins Schreiben geschafft hat:

‘Rente mit dreißig. Na was machste. Reisen mit Kumpels… im Dienste der Wissenschaft! Obwohl, die war da noch nicht ganz so im Rennen. Na dann eben im Auftrag Gottes!’

Am Ende saß ich da und fand mich in meinem ersten eigenen Gebet wieder. In jenem wurde nichts laut gesprochen. Es fand sich nicht das Wort ‘Ich’ oder ‘Gott’  in meinen Gedanken wieder. Es war ein Ausspruch von Dank. Nicht von mir kommend und an niemanden gehend. Einfach die Anerkennung, dass Alles da ist. 

Ich hatte es Mama genau erklärt. Dieses Christentum hatte mich fern gehalten, weil es immer in der Schule und in der Kirche jemanden gab, der mit den wirresten Facts um sich geworfen hatte und dann meinte, man müsse einfach dran glauben. Ein Buch was dir alles erklärt. Alles vorsetzt. Mein Gott, war ich dankbar als ich diese verdammten buddhistischen Mönche in Norwegen antraf und mit ihnen lebte. Diese Art dir zu sagen, wie du einfach nur sitzen müsstest. Jemand, der dir hilft Meditation zu entdecken und anzufangen, dich selbst nach den Antworten auf deine Fragen ans Leben auszuquetschen, anstatt verzweifelt in Büchern zu kramen und da auf Rettung zu hoffen, wenn man sich im Ende nur selbst retten kann. Setz dich hin und höre auf Dinge zu tun. Lass los von dem Druck alles bestimmen und lenken zu wollen. Vergiss dich für eine Weile und widme deinen Gedankensturm dieser wahnsinnig genialen Kreation, dem Gesamten, von welchem wir alle geehrt werden, Teil zu haben. Wenn das nicht das Größte jemals ist - was dann? 

Geil, mein zwölfjähriges Ich hat nach dem Fragezeichen im letzten Satz einfach FORTNITE!!! in Gedanken gebrüllt. Ich kratz ab…