Das Tansania Journal
Meine gewagteste Reise bisher startet, als ich mich ohne Schuhe und absolut ohne Geld mit meinem Rucksack auf den Weg mache, um innerhalb eines Monats 1479 Kilometer zurück zu legen. Die Feder fällt von Mwanza aus.
Meine geglückten Anfänge kommen ohne auf sich warten zu lassen und meine erste große Stadt ist Arusha am Berg Meru. Lies über Arusha's Weg und dessen Erlebnisse dort hin!
Ganz auf den Berg komme ich nicht, aber immerhin verbringe ich Weihnachten bei einer Familie am Fuße des Berges, nachdem ich einen Höllenweg hin zum Mount Meru hinter mich bringe. Eine Belohnung, die sich beinahe verdient anfühlte. Nun das erste Mal auf dieser Reise im gemeinsamen Leben mit einer Familie in der Tiefe ihrer Heimat mit Touren durch Arusha und tollem Essen und Spaziergängen in den Höhen der Gegend bei einem wundervollen, aber sehr heißen Weihnachten.
Kurz vor Moshi beim Kilimanjaro schlafe ich neben einem Nachtclub und werde am nächsten Tag komischer Weise doch nicht ausgeraubt, um dann später bei einer anglikanischen Kirche unterzukommen und die tolle Zeit mit Kindern habe. Ich werde zur Kirchmaus und zum Schreiberling und genieße den Samstagabend und den Gottesdienst am nächsten Morgen sehr. Davon schreibe ich in Detail in dem Artikel Dröhnender Lob.
Als ich durch die Hilfe von dreiBrüdern in die Nähe des größten Berges Afrika's stolpere, treffe ich meinen neuen Freund und Narugift. Er ist ein Narugift der lebenden Kunst, besitzt eine Kunstgalerie und organisiert nachhaltiges Reisen in seinem gesamten Land. Dieser liebevolle Community-Mensch macht mich zu einem Teil seiner Familie und seine Frau wird mir zur puren Freundin des Geistes.
Januar 2026
Ich beginne das neue Jahr bei meiner Familie in Moshi und berichte von Mtui's Leben, als ich ihn Tag um Tag besser kennen lerne. Dieses Zuhause wird zu meinem Ort der geteilten Liebe und des Wohlfühlens. Der Abschied war alles außer leicht und zum Glück werde ich bald wieder von genug Neuem abgelenkt. Hochzeit und Lebensangst stehen bevor, als ich in Ersteres stolperte und bei dem eingeladenen Nachbarn übernachtete. Zweiteres überrumpelte mich die Nacht darauf als ich mutterseelenallein in einem trockenen Flussbett zeltete. Finde heraus wieso!
Danach wird wieder eine ganze Weile gelaufen und es bleibt herrlich unspektakulär was Ängste angeht, dafür aber wunderbar menschlich, als ich Teil einer neuen Familie und ihres Abendessens werde. Unspektakulär ist essenziell!
Weil ich danach in bisher unbekannte Untiefen des Umlandes abtauche und ab dann Rural Kabisa, absolut ländlich lebe, und das mit einer so herzlichen Familie teilen kann, bleibe ich direkt vier Tage auf ihre Anfrage hin, um mit ihnen gemeinsam auf kleinen Feldern zwischen Palmen zu arbeiten, Mahlzeiten in kleinen Räumen zu teilen, über Sterne aus zerfledderten Heftern zu lernen und mit ihrer kranken Tochter das Krankenhaus zu besuchen. Die Sterne einer kranken Tochter!
Als ich aufbreche teile ich noch einmal das Bett mit einer zufälligen Person, den ich auf der Straße kennen lernte, ein Riesenkerl mit tiefster Stimme, bevor sich dann ein Pfarrer und Buddhist treffen. Jener Pfarrer fährt mich ein paar hundert Kilometer zum nächsten Ort der absoluten natürlichen Schönheit, wo ich dann Lushoto's Spirit und grüne Sphären an Flüssen bei Nacht erlebe, in tiefsten Wäldern und bei einer Lehrerfamilie mit spiritueller Tochter.
Mit Glück lerne ich einen coolen Typen kennen, der mich an seinem Leben Teil haben lässt und mir die Gegend und grandioseste Aussichten im Usambara Gebirge zeigt. Ein absoluter Traum die Tour in dieser Gegend. Auf dem Weg heraus aus dem Gebirge darf ich noch bei einer zweiten Familie leben, nachdem der betrunkene Vater mich in der Nacht fand und nach Hause einlud.
Am nächsten Tag gehen wir lange spazieren und ich habe Blick auf Land und Ende, um anschließend den restlichen Weg hinter mich zu bringen und durch die helfende Hand zweier Polizisten die letzte Etappe antrete und noch am selben Abend in Bagamoyo ankomme. Ich lerne Menschen des Ortes und das Leben am und mit dem Meer kennen, bevor ich dann am Seminar ankomme, welches ich nun über vier Wochen hinweg anpeilte.
Als alles überstanden ist und ich wieder Freiheit in meinen Reiseflügeln fühle, mache ich mich auf den Weg nach Vikindu und die Zeit wird endlos abstrus! Dann steht mir noch eine wahre Achterbahnfahrt und ein blauer Finger bevor und dann erreiche ich das nächste Etappenziel. Vikindu.
Frei Schnauze - Einmal falsch, drei Mal richtig und Der zu Preisende berichten das Kuddelmuddel welches es galt zu bestreiten, um diese Reise in einem Kreis zu schließen und mich zurück zuhause in Mwanza beim House of Hope abzusetzen. Gesund und reich in neuen Erfahrungen!
In Dar es Salaam hatte ich einen ehemaligen Professor der Hanover Universität getroffen (frei Schnauze) und endlos lang und endloser interessant parliert, dann bei seinem Freund übernachtet und einen Tag später von einem mir helfenden Polizist einen kostenlosen Bus bis zurück nach Moshi bekommen. In Moshi gab es einen Gottesdienst auf die müden Ohren, eine unwahrscheinlich nette Brandenburgerin in einem Waisenhaus und ein Abendessen zu viert mit zwei Rastas, die mir den Schlafplatz organisierten. Einmal falsch und drei Mal richtig war an der Geschichte nichts, aber dafür war der zu Preisende ein ganz besonderes Mensch auf meinem Weg, nämlich mein letzter Narugift und ein liebevoller Rasta - wir teilen uns das Zimmer mit seiner schwangeren Katze, tauschen uns über unsere Philosophien aus und spektakulär beginnt am nächsten Tag das Abendteuer mich nach Hause zu befördern. Wenn man nach all dem Passierten tatsächlich wieder in Mwanza sitzt, unbeschadet, kann man nicht anders außer an seinen eigenen Sinnen zu zweifeln. Aber hier alles darüber, wie es soweit kommen konnte. Viel Spaß!