Rasta Mashaka TZ
Willkommen in dem netten Bambushaus des Friedvollen.
Mashaka lebt seit über zwanzig Jahren in Mwanza und erlernte die Kunst des Crafting von seinem älteren Bruder - einem Rasta mit enormen Dread Locks.
Mashaka arbeitet seither in der Herstellung und dem Verkauf von Rasta-Mützen, -Taschen und -Kleidungsstücken.
Seine Verbindung zur Essenz des menschlichen Daseins ist kaum zu übertreffen. Seine Art zeigt eine gewisse Zärtlichkeit im Umgang mit seiner Umgebung. Seine Religion heißt Friede.
Mashaka lebt von Tag zu Tag mit jenem Geschäft. Seine Verkaufszahlen sind seiner Niche entsprechend gering. Sein Lebensunterhalt überschaubar und sehr bescheiden. Seine körperliche Gesundheit ist unverschuldet geschädigt durch einen Verkehrsunfall. Eine Behandlung kann der Hör- und Hüftgeschädigte nicht bezahlen. Er praktiziert Methoden aus dem Breath-Work, des Calisthenics und jene inspiriert aus chinesischen Energielehren, welche sein eigentliches, inneres Wohlergehen ausgezeichnet halten.

Mashaka und mein erstes Aufeinandertreffen bei ihm zuhause
Dieser Eintrag ist ein Kennenlernen für Dich und ihn. Erlebe die Person, welche mich in meinem Jahr in Mwanza, Tansania so sehr bereicherte und bereichere dich durch sein Handwerk gerne selbst.
Im Kommenden stelle ich dir seine Produkte vor, aber eben auch unsere gemeinsame Geschichte, von einem ersten Zusammentreffen, zu gemeinsamen Abenden mit Freunden und dem reichen gegenseitigen Beschenken. Viel Spaß!
Tagebuch des 14.05.2026
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Zurück auf der Straße lerne ich Maria kennen und der Dude neben ihr bastelt aus diversem Plastikmüll tolle LKWs und detailgetreue Helikopter.
Heute gehe ich zu der kleinen Bambusbütte vom Rasta bei Mkuyuni, welcher sich als Mashaka Jackson vorstellt und so unendlich süß ist. Er wird mein Freund. Davon bin ich überzeugt. Er erzählt mir alles von seiner Arbeit und zeigt mir gedruckte Fotos von seinem absolut coolen Rasta Bruder, der in Tabora lebt. Die Mütze die ich kaufe, ist schwarz und weiß gemischt und hat grün gelb rot in ihrer Mitte und passt genau auf meinen Hinterkopf. Mashaka möchte mir das häkeln beibringen und ich habe vor es zu lernen und werde ihm die Stunden bezahlen. Ich kaufe die Mütze und verdopple den Preis und er freut sich sehr sehr. Er zieht sich die Schuhe aus, weil ich auch keine anhabe und dann gehen wir zusammen barfuß zur Bushaltestelle und verabschieden uns begeistert und emotional weil wir wissen, dass wir uns heute kennen lernen, aber uns noch lange haben werden. Nummern sind ausgetauscht und Erinnerungen sind gemacht. Was für ein toller Mann.
Posta ist ruhig. Ich kaufe eine Orange vom Stand und esse sie mit zwei coolen Dudes auf dem Gehsteig sitzen. Sie haben ihre Abhänggegend hier in der Stadt und sind am liebsten am Rasen vom Bismarck Rock.

Ob man grade auf dem Nachhauseweg von der Stadt aus war oder mit einer Mutter meines Arbeits- und Lebensortes beim Butimba Krankenhaus bei Mkuyuni - am Haus von Mashaka machte man gerne und mit allen einen kurzen Stop. Herzlich wird man eingeladen und findet den kleinen spiralförmigen Innenraum ausgestattet mit einem dicken Stück Holz, auf welchem man sitzen darf und seinen Utensilien zum kochen, als auch eine Plastikschale in welcher Nadeln und Stoffe liegen, an welchen er grade fleißig arbeitete.
Unsere gemeinsamen Stammgäste waren Mama Juliette vom House of Hope, meine Mitfreiwillige Loana und unser bester Freund, der Mediziner David.
Mit Mama Juliette saßen wir drinnen, sie hatte ihr kleines Kind im Arm und wir aßen Trauben, eine Avocado und Orangen, bevor wir dann weiter ins Krankenhaus gingen, um ihr einen Zahn ziehen zu lassen.
Loana und ich kauften einmal so viel wie möglich ein, um Mashaka bei spätem Abend zu überraschen und dann eine große Portion Reis, eine unvergessliche Soße und vier schöne dicke Fische aus dem Victoria See zu essen, dessen Ufer nur 100 Meter von uns und Mashaka's Haus liegt. Diesen Abend wird niemand von uns vergessen können. Ich hatte die Boombox dabei, welche zu jener Zeit noch meine war und er saß mit größter Freude auf seinem kleinen Stuhl, hatte die Box auf seinem Schoß und wippte genüßlich mit zu der lauten Musik, die einen so wunderbar satten Bass aus ihren Seiten ließ. Dieser Anblick plus dem guten Geruch, welcher von der kleinen Feuerstelle her aus kam, ließen mich ahnen, dass diese Box wohl hier ihr zuhause finden würde. Und so kam es -
Ein Freund von mir, welchen ich beim Minifußball mit anderen Bugando Medical Center Assoziierten kennenlernte, hieß David und seine Arbeitsstelle befand sich 300 Meter neben Mashaka's Lebensraum - in einer Apotheke. David ist inzwischen die Person, die mindestens ein so guter Kunde wie ich wurde, Mashaka voll und ganz in sein Herz einschließt, ihn oft von der Arbeit aus besucht, meine Grüße bestellt und Fotos zeige, die ich ihm schicke. Über ihn kann ich ganz einfachen Kontakt zu Mashaka halten und sogar Bestellungen abwickeln, wenn es denn so weit kommt.
Denn wenn ich einer Person meines dortigen tansanischen Umfeldes wünsche, noch ein wenig mehr zu besitzen und weniger um sein tägliches Essen zu bangen und vielleicht auch mal eine Haustür zu haben, damit er sich freier bewegen und eines Tages auch mal seinen Bruder besuchen oder einfach reisen könnte... - dann ist das unser Friedvoller. Dann ist das Mashaka!
Mashaka stellt vor allem Mützen her. Allerdings trägt meine bunte Leinenhose auch einen Gürtel von ihm und meine Trinkflasche ist eingepackt in eine perfekt passende Stofftasche mit Henkel. Ich habe T-Shirts von ihm gesehen und weiß wie spontan und kunstvoll er Neues kreieren kann. Als Beispiel möchte ich nur nennen, dass die von mir geschenkte JBL Boombox 2 inzwischen einen perfekten Mantel trägt und in den tansanischen Farben strahlt und gleichzeitig mit einem Gurt über die Schulter zu tragen ist. Das ist sein Verdienst.
Hier also das auszuweitende Sortiment an bereits entstandenen Mützen, welche in Farbe, Design und Größe ohne Grenzen nach Wunsch variieren können. -







Short story
Mashaka Jackson
Das kleine aus Bambus gebaute runde Häuslein am Straßenrand, ein paar Meter neben dem Fluss Mkuyuni’s, möchte beinahe fehl am Platz wirken, und ist dabei doch mehr ein Teil des Wirklichen, als auch nur ein einzig anderes Detail an diesem belebten Vorort einer tansanischen Großstadt wie Mwanza. Nun besitzt Mashaka nicht viel mehr als jenes selbstgebaute Heim, welches er täglich zum Mützenverkauf belebt. Hier war zu Zeiten - bis zum Jahr 2023 - ein Baum gestanden, so berühmt, dass der Ort selbst heute heißt wie dieser. Ein Baum namens Mkuyu. Eine Vorgeschichte die nicht dunkler sein könnte, webt sich durch die Fasern dieses urzeitlichen Giganten - und wer lebte in seinem Schatten? Mashaka. Der arme Rasta in seinem kleinen Bambushaus. Täglich in Kontakt mit diesem großen Pflanzenwesen umsorgte er jenen und war der Herr des Ortes. Inzwischen führt eine riesige Straße durch Mkuyuni. Inzwischen musste Mashaka sein kleines Haus fünf Meter weiter weg aufbauen und steht nun an einer hässlichen grauen Wand anstatt an den weiten Ufern des Sees, in welchen man zu jeder Stunde springen könnte. Inzwischen ist der edle Baumriese, an dessen mächtigen Ästen deutsche Kolonialisten noch Einwohner des frühesten Mwanzas erhängten. Nur Mashaka ist noch da und er kennt all die Geschichten des Ortes. Er war in dessen Entstehung und dem Niedergang des Herzstückes dabei. Und er bleibt und versucht sich ein Leben aufzubauen.
Mashaka ist vermutlich über vierzig. Sein Körperbau ist jener eines Athleten und wäre er nicht der friedvollste Mensch, welcher mir soweit begegnet war - wäre in ihm nicht die unveränderte Seele eines Kindes, dessen Geist noch nicht von dem Besitz von Geld beschmutzt wurde - dann hätte man einen gewissen, beinahe ängstlichen Respekt vor seiner Statur. Er ist gut im Herzen, grinst breit und seine Stimme spricht unkontrolliert hoch vor Freude, wenn ich mit Freunden oder alleine eintritt.
Der Innenraum seines Hauses ist klein und durch die dünnen Bambuswände dringt glitzernd Licht hinein. Geschwungen wie das Innere eines Schneckenhauses windet sich der Lebensraum Mashaka’s rechts herum und trägt an vielen Stellen der Wand eben jene Mützen, die Mashaka als sein Tageswerk herstellt. Aus Wolle geflochten verzieren seine grün gelb rot und schwarzen Rastamützen Innenwände und die Stockspitzen außerhalb des Hauses und locken die Rastafari der Gegend an. Viel öfter nur für Fist Bumps als für ein tatsächliches Geschäft und durch diesen Umstand bleibt Mashaka das von Geld träumende, unverfälschte und reine Kind der Armut.
Tagebuch des 11.07.
Auf drei Quadratmetern verbrachten wir die gesterige Nacht gemeinsam. Mein ausgerolltes Zelt als Plastikunterlage und zwei Tücher waren, während ein grüner leerer Kartoffelsack für ihn und mein Poncho die Decken der fürchterlichen Mückennacht wurde. Diese Nächte sind die selben und immer gleichen für Mashaka seit 2009. Weit von zuhause wohnend, ist er die längste Zeit für sich. Wenn er aufwacht, duscht er mit dem Wasser des Flusses. Wenn er Muse hat, dann häkelt er mit großer Geschwindigkeit und Präzision die Mützen für seine Hailee Selassie Anhänger und Frieden Liebenden und alternativer Modebedachten. Bei Müdigkeit legt er sich auf den Boden und vor dem schlafen gehen, raucht er zwei kleine Joints.
Ich trug meine überdimensionale Wandertasche als ich heute bei ihm ankam, mit dem Zelt auf dem Rücken. Grade kam ich von einem siebentägigen Fußmarsch zurück. Beziehungsweise wurde ich durch die sanfte, aber bestimmte Hand der tansanischen Polizeigewalt zurück in meine Stadt der Bleibe befördert. Hätte schlechter laufen können... ich lief an seinem Ort vorbei und konnte nicht umher den Freund des ersten Blickes nun auch ein weiteres Mal zu beglücken. Und was für eine leuchtende Freude in seine Augen trat! Pure Begeisterung kann es nicht beschreiben und das Kindliche ist nicht zu leugnen. Eine wunderschöne Seele erzählte mir mehrere Male, wie sie während den vergangenen Tagen immer und immer wieder, jeden Tag die Bilder anschaute, welche wir zuvor genommen hatten.
Die Mütze die er trägt, ist ein Unikum und die Krönung seiner häkel’schen Fähigkeiten. Seine Augen haben diesen Glanz und diese Wärme, die in die Welt schauen, als sähen sie nur das Wundervolle und Vollkommene. Man könnte sein Gemüt mit zart beurteilen und das kommt von vielerlei Ausstrahlung und der Art, wie dieser große Körper eines Mannes alt genug um mein Vater zu sein mit den Händen eines Arbeiters die Häkelnadel dennoch mit solch einem Gefühl und einer Behutsamkeit führt. Ihm zuzuschauen macht einem Freude und dabei das Gespräch zu führen, eine noch größere. Er ist durch einen Unfall hörgeschädigt. Es macht unseren Austausch in diesem besonderen Fall leichter. Seine Suaheli-Aussprache ist für mich verständlich und ich benutze mein neunmonatiges Sprachwissen ungefiltert und wir verstehen uns. Dass ich barfuß lebe, bereitet ihm heute, wie auch zuvor große Heiterkeit. Seiner Ansicht nach regt das die Durchblutung und den gesamten Kreislauf an. Außerdem meint er, dass wenn ich auf eine Ameise treten würde, jene nur unter Schmerzen krampft, sich aber nach einer Weile wieder berappeln könnte und weiter leben würde. Er deutet auf die Schuhsohle der Schuhe, welche er nicht trägt und meint, dass unter dieser Sohle nichts überleben könnte.
Der dumpfe Lärm aus Hupenchor und Motorblubbern tönt von der Hauptstraße nur wenige Meter neben uns, während die Dämmerung über uns einhergeht und wir vom Reisen schwärmen.

Ich war sehr unausgeruht und hatte einen Hass auf die Bisse der nächtlichen Insekten entwickelt. Ich erinnere mich wie Mashaka ganz in der Nähe liegend mit einem Tuch bei meinem Kopf sanft wedelte, um sie zu vertreiben und ich merkte dass er das öfter machte. Eigentlich immer wenn ich kurz wach wurde...


Den Artikel habe ich heute, den 8. September, verfasst und publiziert. Ich habe noch keine Möglichkeit Mützen von Mashaka zu bestellen, aber es wird sich ein Weg eröffnen. Inshallah! Ich möchte, dass er langfristig von unserem dortigen Kennenlernen profitieren kann. Wer weiß... vielleicht werden diese Mützen ja das erste und hoffentlich einzige Merch von Gen.ZM... gönnen würde ich Mashaka jeden Maßstab!
Ich hab dich lieb und wünsche einen sorgenfreien, erfolgreichen und gesegneten Tag.
Amani na Upendo.
Idumu - Milele!