Ich schreibe diesen Eintrag für dich. Hoffentlich hast du danach die Einblicke erhalten, die dir grade fehlten und mit etwas Glück kannst du mich anschließend noch einholen und Fragen stellen. Als ich mich hier grade (im Jetzt des 'Ich') einfand um zu schreiben, sitze ich in Tansania und arbeite die Skripte einer Bewegung zehn Monate in der Zukunft aus. In meiner Vorstellung habe ich dich grade in deiner Stadt getroffen. Wir hatten vielleicht ein kurzes, nettes oder gar ausartendes Gespräch, entweder völlig vom Zufall zueinander geführt, oder deine Bekannten hatten dich mir empfohlen. Ich bin mir sicher, dass das Ganze halbwegs sympathisch und vertretbar war. Ich geb mir meistens Mühe und irgendwie bist du ja dann hier gelandet. Ich will dich Teil des Geschehens machen und unterrichte dich deswegen gerne über mich und das hinter mir bestehende Konstrukt aus Verein und Vision. Ich heiße Lennart.
Anfang zwanzig. Ich reise viel. Lebte ein Jahr in Kanada, ein Jahr in Tansania. Traf buddhistische Mönche auf einem norwegischen Berg und lebte mit ihnen. Lief von Spanien nach Deutschland im Zelt schlafend, lebte fünf Wochen in Europa völlig ohne Geld, zwei Wochen davon in Monaco, überquerte danach die Alpen und kam nach Tansania. Ich bin Schriftsteller und bin im Fundraising-Game. In Tansania tat ich genau das, teilte dabei meinen Lebensraum mit Müttern und ihren beeinträchtigten Kleinkindern und Babies (Hydrozephalus und Spina Bifida) und schrieb für das Projekt. Ich lief auch sieben Wochen barfuß und allein durch Tansania ohne einen einzigen Cent und legte dabei über 3.000 Kilometer zurück - mit nur geringen Suaheli-kenntnissen. Das ist die zweite Hälfte meines Seins. Um meine Reise oder mich zu verstehen, lese entweder das kursgefasste Reisemanifest oder erkunde in der gesamten Wortpracht die Seite des Blogs The Pilgrim’s Journey.
In Deutschland hält mich nur der Wunsch etwas zu bewirken. In diesem gewünschten Schaffen vereint mit anderen Gleichgesinnten gründeten wir den Kern der Bewegung - den Gen.ZM e.V. Check das Konzept in ner freien Sekunde aus - hier in kurz: ein Omnigenerationen-Verein, welcher soziokulturellen Austausch fördert und künstlerische, sportliche und allgemein menschliche Entfaltung zu seinen Grundsätzen zählt. Bin natürlich nicht der erste mit so einer Idee, aber der Knackpunkt ist der Zeitumstand und dass eine jüngste Generation und ihr Potenzial durch den Medienkonsum und das Smartphone bereits am Abgrund stehen und wir nicht noch eine verlieren wollen. Es geht also um die außerschulische Bildung über die Welt, über das zwischenmenschliche Erlebnis, Bildung über Reisen und das individuelle Weltenabenteuer und unsere mentale und physikalische Gesundheit. Aber eben vor allem darüber, wie wir das Internet und dessen Bildschirme nützlich machen, anstatt von ihnen ausgenutzt zu werden und unsere kostbare Lebenszeit verschwenden, wenn man eigentlich auch Teil von dem großen Geschehen des Zeitalters werden kann. Es ist ein Kampf gegen unsere stumpfe Isolation durch Medien, dieses digitale Gefängnis, gegen unser ärmliches Weltenerlebnis und gegen unser Konsumverhalten, welches so krampfhaft versucht Löcher in unserer verletzten und hungernden Seele zu stopfen. Es ist das Wiederentdecken von unserer menschlichen Natur, eine Lehre über universale und für alle zu erschwingende Freiheit und die Brücke hin zu einem erfüllenden und sinnschenkenden Sozialkomplex.
Wir wollen auch nicht mehr einsam in dunklen Zimmern sitzen, sondern diesen deutschlandweiten Raum eines Vereinskonzeptes erschaffen, welcher jeder einzelnen Person erlaubt, Teil einer wunderbaren Gemeinschaft zu werden und sich überall im Land wie zuhause als Teil dieser Gen.ZM-Gemeinschaft zu fühlen. Man wird einfach aus dem Haus gehen können und es passiert immer etwas, von dem man Teil haben möchte. Das Netzwerk, welches so durch unser Land gesponnen wird, soll uns in diversester Weise in der Zukunft helfen, aber bevor ich zum schwärmen komme, überzeug dich lieber selbst von dem Potenzial, welches ein Format wie dieses hat. Menschen die zusammenkommen um zu wachsen, um zu erleben und zu handeln. Wir vereinen uns und nutzen diese Möglichkeit unserem Zeitumstand und dessen größten Hürden ins Gesicht zu schauen. Vielleicht hast du bereits die eine oder andere Hoffnung in dieser Welt und für unser aller Zukunft aufgeben müssen. Hier befindet sich der ultimative Versuch dir diese Hoffnung wieder zu schenken. Du bist die Brücke in die Welt. Du als einer von uns eröffnest neue Türen für den Rest. - Eine Community könnte nicht stolzer sein.
Ich für meinen Teil reise also durch Deutschland. Als du mich gesehen hast, trug ich vermutlich meinen Reiserucksack, das Zelt am Deckel festgeschnallt, vielleicht meinen Poncho über mich gehangen und das bunte Fetzenkunstwerk aus tansanischem Stoff was mal eine weiße Leinenhose war. Vielleicht bin ich immer noch barfuß unterwegs. Vielleicht haben mich Deutschlands Straßenlandschaften vergräult. Geld besitze ich keines. Mitunter ein Lebensziel neben dem Kloster in Tibet… um zu überleben frage meistens abends bei Bäckereien nach dem alten Brot des Tages, aber manchmal finde ich eine Person, die mit mir zusammen ausgeht, oder ich werde Teil einer neuen Familie. Wenn ich Reserven habe, kann ich lange Zeit auch durch nicht dicht bevölkerte Gegenden laufen und mir so ein wenig Freiheit und Erholung ermöglichen.
Dieses Abenteuer im eigenen Land soll ungefähr zwei Jahre anhalten. Ich komme von Ort zu Ort, halte Reden an diversen Einrichtungen und öffentlichen Plätzen, werbe für das Erlebnis ‘Freiwillige Arbeit’ und verkünde unseren Verein. Das Ziel an jedem Ort ist es, mit den Schlüsselpersonen in Kontakt zu treten, welche das Weiterleben des Tochtervereins ermöglichen. Vielleicht bist du ja eine jener Personen. Es ist allerdings ein autonomes Unterfangen und dadurch haben die Personen vor Ort absolute Verantwortung, absolute Freiheit aller Möglichkeiten ihr eigenes Potenzial in der Erschaffung ihres Rahmens auszuleben. Was mich so fähig macht, ist die Freiheit, welche ich mir mit meinem Lebensstil eingebrockt habe. Ich muss ungebunden bleiben, ohne Verantwortung, ohne Vertrag und ohne Geld, sonst schließt das gesellschaftliche System behände und schnell seine Klauen um mich.
Falls du unseren Verein selbst gründen, also initiieren möchtest, dann lese das Anleitungsschreiben. Setz dich mit ein paar ebenfalls Begeisterten zusammen und schöpfe selbst. Du wirst zum Sporling unserer Sache. Hinzu kommt, dass an jedem Ort des Geschehens ein sogenanntes Ersttrefen stattfinden soll. In kürzester Zeit versuche ich mit jenen Schlüsselpersonen dann eine möglichst große Reichweite aufzubauen und in so vielen Netzwerken wie möglich zu agieren, um ein einzelnes Hauptzusammentreffen mit möglichst vielen Interessierten zu arrangieren. Dort soll dann für einen Tag das Zusammensein stattfinden, geführt nach dem Konzept von Gen.ZM. Technikbefreit und pur menschlich. Auf dieser Basis verlasse ich den Ort wieder und überlasse es jenen, die es miterleben durften es weiter zu führen, wenn sie der Meinung wären, auch ihre Heimat würde einen solchen universalen, alles verbindenden Rahmen des Sozialen benötigen.
Es wird dementsprechend eine Reihe von Satellitenprojekten deutschlandweit geben und in dem Rahmen des Netzwerkes findet die gegenseitige Inspiration der weiterführenden Vereinskonzeption statt. Wir versuchen das bestmögliche menschliche Miteinander zu kreieren und durch diese Art des Zusammenseins eine gesunde Atmosphäre für Bildung, Kreativität und Gesundheit zu erschaffen und die Ära des Internets zu unserem Vorteil zu nutzen. Dieser gesellschaftliche Austausch aller Generationen wird grade mehr denn je gebraucht. Eine Aufklärung wie uns das Medium Internet und seine Berichterstattung spaltet und polarisiert, ebenfalls, denn nichts steht uns als Bevölkerung mehr im Weg, als diese Spaltung durch mediengemachten Meinungen und Lieblingsfußballvereine, low key… die Welt braucht grade eine vereinte Handlung um noch irgendwie gerettet werden zu können. Keine Wutbürger, keine Heuchler, keine Ängstlichen. Sie braucht dich und deine Entscheidung!
Wo bist du eigentlich grade? Es kann noch nicht allzu lange her sein, dass wir uns getroffen haben. Ich bin nur zu Fuß unterwegs und bin also noch in der Nähe… hast du Lust? Ein paar weitere Gespräche, viele gemeinsame Kilometer, in Person unterrichtet zu bekommen wie man parallel zu allem ohne Geld überlebt und den Planten bereisen kann und aktiv im Gründungsprozess einer echten Bewegung zu stecken? Wenn du grade nichts zu tun hast, dann schnapp dir deinen nächstbesten Rucksack, auch wenn es nur ein großer Turnbeutel ist. Ein Zelt wäre praktisch, aber man lebt auch ohne. Ein paar Klamotten, ein Buch und ein Notizbuch und Zahnpasta. Bürste brauchen wir keine, wir haben ja schließlich gottgeschenkte Fingerchen. Es braucht nicht viel, aber sprich es bitte zuerst mit Partner*in oder Eltern ab, je nach deiner Wohnsituation. Falls jene dann auch Lust haben mitzulaufen, gibt es an Menschen auf gemeinsamer Wanderschaft eigentlich keine Grenze. Ihr braucht eigentlich kein Geld, aber ein bisschen wäre praktisch, falls ihr spontan und schnell nach Hause müsstet. Mitfahrgelegenheiten sind manchmal spärlich.
Es passiert wirklich. Irgendjemand versucht wieder irgendetwas und vielleicht funktioniert es dieses Mal auch. Hier soll dir und uns allen eine Leiter vor die Füße gestellt werden, falls wir etwas verändern wollen und falls wir uns trauen zu handeln. Ich möchte dich mit nach ganz oben nehmen. Von da aus sind die Wolken so nahe und die Freiheit muss wohl grenzenlos sein. Naja, und mehr gibt’s auch ehrlich nicht zu sagen… wir sind Gen.ZM. Und wer bist du…?