Es schallt von allen Seiten. Wir leben in der wohl spannendsten Zeit überhaupt und man wird unsicher ob Faszination oder Schrecken die treibende Kraft zum Handeln werden sollen. Es ist so spannend, man möchte sich am liebsten zurücklehnen, den Popcorneimer zücken und mit blau-roten Brillengläsern das Spektakel aus einer Sicht von weit, weit weg erleben. Nach dem Zuschauen bei dieser irren Vorstellung dürften wir alle ratlos dasitzen, an unserer krebsmachenden Coke Zero schlürfen und uns überlegen, was denn die beste Reaktion wäre. Möchten wir uns erst übergeben und dann hysterisch lachen, oder müssen wir uns erst daran erinnern zu atmen? Tief, sehr tief einzuatmen…?
Was für ein Glück, dass es einzig und allein in unserer Hand liegt, wie die Nachwelt auf uns schauen wird. Wie gesegnet wir doch sind, nicht nur in die Perspektive des gelähmten Zuschauers geboren zu sein, sondern eine absolute und verpflichtende Rolle im gesamten Geschehen zu spielen. Wir sind Teil davon und nicht dazu verbannt zuzuschauen. Wir alle sind jene Generationen, die vor dem sechsten Massensterben dieses Planeten stehen und wir haben das Privileg uns zu fragen: ‘Und was jetzt? Wir wollten doch nur ein normales Leben leben, Kinder bekommen, die Welt sehen, alt werden, den ganzen Schnickschnack unserer Vorfahren einfach nachahmen und dann zufrieden abtreten.’
Und es gibt eine Möglichkeit diesen Weg ohne großen Aufwand zu gehen. Sie ist das schärfste Schwert in der Neurologie und wir benennen den hochkomplexen Vorgang die ‘Ignoranz’. Mit ihr bewältigen wir die Aufgabe den gesamten Komplex unserer Probleme einfach nicht mehr wahrzunehmen und stattdessen das zu machen, was uns grade in den Sinn kommt. Zum Beispiel Kinder zu bekommen, die dann in dem von uns ignorierten Rahmen ein tragisches Ende nehmen - Flugzeuge fliegen, um die Ruinen des Überbleibsels Natur zu begutachten, sie zu fotografieren und dafür Likes zu bekommen - eine Arbeit verrichten, die uns selbst nicht weiter bringt, aber zumindest Geld abwirft und uns beschäftigt und ablenkt! Die Welt steht uns doch offen?!
Das unmoralische Genie handelt genau so. Warum Gedanken an andere verschwenden, wenn es mir doch selber gut gehen kann? Warum ein System hinterfragen in welchem ich an der Spitze stehe, Geld verdiene und alles habe was ich bräuchte? Warum an die Zukunft denken, wenn ich selbst so unendlich wenig davon habe? Well…
Das privilegierte Genie, durch die Menge a Geld im Kapitalismus ausgezeichnet, hat einen fabelhaften Punkt und wird vermutlich auch so handeln. Warum auch nicht? Diesen Menschen wird es nun wirklich gut gehen und sie haben es doch verdient, oder? Die Menge an harter Arbeit, so viele lästige Steuern bezahlt, und mit dem ganzen Erbe musste auch noch irgendwas angefangen werden… und außerdem haben wir Dank dieser wunderbaren Art Mensch unseren billigen, schönen und vorteilhaften Wohnraum oder die Menge an Produkten, die uns zur Auswahl im Supermarkt stehen. Somit sollten wir die Reichen in Ruhe lassen und ihnen von Herzen gönnen, genau dann und dort geboren zu sein, wo sie es nun einmal waren. -
Wir hingegen sind völlig am Ende!
Wir haben nicht das Geld ein neues Haus zu bauen, nachdem das erste von Hochwasser zerstört wurde. Wir können uns auch nicht für immer Trinkwasser leisten, wenn es zum Krisenfall kommt. Unser Gewissen kann die Last nicht ewig aushalten, welches von der Geschichte und ihren für uns gestorbenen Menschen kommt und zu sehen von welchem Komplex wir Teil sind, ist eine einzige Tortur und zerfrisst uns schon lange. Und vor allem: Wer soll denn unsere glorreichen Kriege kämpfen, wenn nicht wir Bauern? Der Reiche braucht uns so sehr, wie wir ihn nicht brauchen. Er hat es geschafft in der Position zu sitzen, in welcher er uns die Dinge die wir produzieren auch wieder verkaufen kann. Wollen wir das? Ich meine, bisher hat es uns jede Menge Vorteile gebracht und irgendwie ging es uns ja allen einigermaßen gut, im Verhältnis zum restlichen Weltenleiden. Vielen geht es auch immer noch blendend. Was könnten wir stattdessen wollen und, och nöö, wenn wir was anderes wollen, dann heißt das ja Arbeit und Veränderung. Ein Aufbruch ins Neue. Wollen wir das denn wirklich??
Manche vielleicht. ‘Manche’ - benannt nach einer kleinen Gruppe, die von einer Welt träumt in der Gleichheit, Freiheit und Natur die höchsten Werte darstellen - denken tatsächlich öfter darüber nach die Welt zu verändern. Sie nehmen sogar in Kauf, dass das Aufwand bedeuten könnte, weil… ok, ich weiß nicht wieso, anscheinend liegen ihnen Menschenleben und die Zukunft unserer Welt am Herzen. Manche sind echt absurd, aber sie wollen es wirklich schaffen Gutes für alle zu tun. Sie haben sogar ein Buch verfasst und möchten mit diesem nicht nur eine Schritt-für-Schritt Anleitung zu einer besserer Welt präsentieren, sondern versuchen auch zu bilden und aufzuklären, Bewusstsein zu schaffen und Flammen der Hoffnung zu entfachen, weil sie denken, dass man eine Sache erst verändern kann, wenn man sie durch und durch verstanden hat. Ich habe ihre Niederschriften geklaut und sie in dieses Buch gesteckt, in der Hoffnung mit ihren guten, progressiven, puren und weltverändernden Gedanken jede Menge Geld erwirtschaften zu können.
Die Autoren - ungelogen eine Gruppe von Kindern - die so erbittert für ein Leben und eine Perspektive kämpft, welche sie noch nicht einmal kennen lernen durften, wünschen jede Menge Spaß beim Lesen.
Von dem Geld deines Buchkaufes holen wir uns Eiscreme.