Alfan Yohana - unsere zweite Rettung eines Kinderlebens
Wir haben es geschafft! Das Leben eines Kindes wurde vor der Dunkelheit absoluter Aussichtslosigkeit gerettet, und nun lebt es im House of Hope gemeinsam mit uns. Sein Name ist Joas, und durch unsere Spenden bekam er die weitere Chance auf ein Leben. Wir zahlten die 1.062.500 tansanischen Schilling und konnten damit die Operationskosten und den Krankenhausaufenthalt vollständig decken. Mit dem Rest des Geldes unterstützen wir die Familie auf ihrer weiteren Reise bis sie zuhause ankommen und ihr Leben wieder selbst in der Hand haben. Während unserer gemeinsamen Zeit im House of Hope, wo zurzeit bis zu 15 andere Mütter mit ihren Kindern gleichzeitig warten und heilen, begleiten wir sie von den Nachuntersuchungen über das Fädenziehen und die medizinische Versorgung bis hin zur Rückreise in das zehn Stunden entfernte Kagera – und geben einen Puffer, um ihr Leben dort wieder beginnen zu können. Und trotzdem ist der Spendentopf noch nicht ausgeschöpft, denn er belief sich innerhalb von drei Tagen auf über 800 Euro, und inzwischen sind es 2,6 Millionen Schilling, die uns zur Verfügung stehen, um Kinder im House of Hope hier in Mwanza, Tansania, zu retten. Eine Summe, die Hoffnung spendet! Wenn dich interessiert, was in der Zukunft mit Joas passiert, dann schaue ab und zu in seine Geschichte und verfolge wie es der Familie geht.
Wir möchten hier nicht stoppen. Diese Spendenaktion begann so erfolgreich, und uns wurde so klar gezeigt, wie eine Gemeinschaft aus nicht sonderlich vielen Menschen bereits den Ruin einer Familie stoppen und Leben retten kann. Ich möchte weiter zu diesem Zweck schreiben und Dich weiterhin dazu einladen, ein Teil unseres Ortes, des Geschehens und der Leben unserer Kinder zu werden. Sie alle haben es verdient, ausreichend unterstützt zu werden, und nur wenige kennen den Ort und sein Streben bisher. Wir möchten das ändern und die Flamme teilen, um mit wenig Aufwand Großes zu bewirken. Wir beginnen Runde Zwei und lernen hiermit das Kind Alfan Yohana kennen!
Alfan wurde bereits im August 2023 geboren und leidet seit beinahe drei Jahren unter seiner Erkrankung, ohne auch nur die Hoffnung auf eine Operation erhalten zu haben. Er lebt und lächelt, aber seine Bewegungen werden bereits langsam, und der immer weiter steigende Druck im nun ausgehärteten Kinderschädel lässt keine gesunde Entwicklung des Kinderhirns zu. Das kann in der Zukunft noch größere Schäden anrichten und ihm sogar das Leben kosten, wenn er nicht bald eine helfende Hand geliehen bekommt und die Hoffnungslosigkeit beendet wird. Seine Mutter heißt Bertha, und wir leben nun bereits zwei Monate zusammen. Es war ihr größter glücklicher Zufall, etwas von unserem House of Hope zu erfahren, und sie nahm die Reise von Geita nach Mwanza auf sich, ohne zu wissen, was auf sie zukäme. Sie ist müde und abgestumpft. Das lange mentale Leiden nimmt einen stark mit. Ich kann mir nur vorstellen, wie zerreißend ihre Gefühle sein müssen, denn durch ihr Kind, das sie wie jede Mutter lieben würde, verlor sie Alles und litt mit ihrem Jungen in den letzten Jahren täglich. Wenn sie so beieinandersitzen, ist es herzzerreißend, das kleine Gesicht und den großen Kopf von Alfan im Schoß seiner Mutter zu betrachten – der Hals zu schwach, um den Kopf zu stützen, und so starrt er sitzend hoch zu dem Gesicht seiner Mutter und lächelt sie mit großer Freude an. Seine kleinen Zähne scheinen fröhlich, und die großen Augen sind klar und betrachten das Gesicht seiner Mutter von ganz nah und geduldig. Kleine Geräusche seiner Kinderkehle machen sie auf ihn aufmerksam, aber Bertha hat Schwierigkeiten, diese herzliche Positivität von Alfan zu erwidern. Manchmal schaut sie direkt wieder weg. Manchmal betrachtet sie schmerzlich lächelnd das Gesicht und den Kopf, den kleinen zerknickten Kinderkörper – und ich möchte mir ihre Gedanken gar nicht ausmalen. Im House of Hope ist sie schon mehrere Wochen.
Mein Name ist Lennart, und nun sind es neuneinhalb Monate, dass ich hier an diesem Ort lebe. Mama Alfan ist eine sehr ruhige Mutter, und sie schafft es nicht, Teil der Gemeinschaft, des Spaßes, des Tanzens und der Heilung zu werden. Anders als andere Mütter, die die Operation ihrer Kinder bereits hinter sich haben und nun geldlos hier verweilen, warten und den Weg der Besserung antreten, wartete sie jeden Tag noch darauf, ob ihr Kind dem Tod geweiht ist oder ob ihr die helfende Hand Gottes in Form von Menschen des Herzens gesandt wird. Wir sind in der Lage, über dieses Schicksal zu bestimmen und einen langen, langen Weg des Schmerzes zu einem guten Ende zu bringen. Denn beide haben ein Zuhause, und beide haben eine Zukunft. Hier sitzen sie in großer Angst, und Bertha weint leise in dieser selbst gemachten Einsamkeit und in ihrem tiefen Loch der Aussichtslosigkeit.
Heute fuhr ich mit Bertha und Alfan gemeinsam ins Krankenhaus. Auf dem Weg lud ich sie auf eine kleine Portion Makande (gekochter Mais und gekochte Bohnen zusammen) und einen kleinen leckeren Pfannkuchen ein und zahlte Essen und Transport ins Krankenhaus. Unsere Spenden benutze ich, wie abgemacht, nur für Rechnungen, medizinische Versorgungen und Fahrkarten der Rückreise sowie als Geldpuffer, um das Leben zu Hause wieder beginnen zu können, nachdem viele Familien durch den bisherigen Aufwand und die zusammenkommenden Kosten der bisherigen Behandlung völlig mittellos verbleiben. Mamas und ihren Kindern zu Hause kleine Geschenke mitzubringen, bestimmte medizinische Rechnungen zu zahlen oder bei gemeinsamen Krankenhausbesuchen die Fahrtkosten zu übernehmen, kann ohne Probleme auf meine eigenen Kosten gehen, denn ich bin zwar als Freiwilliger des House of Hope für ein Jahr angestellt, aber freiwillig bedeutet nicht geldlos. Mein Taschengeld sind ganze 100 Euro was hier einem normalen Monatslohn vieler schwer arbeitender Menschen entspricht. Eine kleine Summe, die bereits sehr viel verändern kann. Für mich wird vollkommen gesorgt im House of Hope. Die Unterkunft ist kostenfrei, täglich werde ich bekocht, und von Seifen, Strom und Wasser kann ich genauso wie alle unsere Mütter und Kinder mit Hydrozephalus und Spina Bifida kostenlos Gebrauch machen. Ein wirklich wunderbarer Ort – für mich zum Leben für ein gesamtes Jahr als 20-Jähriger und für die Mütter umso mehr, denn hier finden sie, wie der Name des Hauses schon sagt, endlich Hoffnung. Nach einer langen, harten Reise, von der ersten Diagnose bis zum Ruin, wenn die Kosten der Reise, des Krankenhausaufenthalts und die Operationskosten auf einen zukommen. Hier kommen sie an und können bleiben. Ihre Gemeinschaft aus Menschen mit dem gleichen Schicksal und der Freiheit, ohne Kosten zu heilen. Das ist unser House of Hope. Wem es am Herzen liegt, diesem Ort hier in Mwanza, Tansania, und den 16 weiteren in der Welt direkte Hilfe zukommen zu lassen und weltweit für Kinder mit Hydrozephalus – umgangssprachlich Wasserkopf – die bei Operationen eingesetzten Shunts zu zahlen: Diejenigen unter euch mit diesem Verlangen sollten unbedingt mal die Website unserer Unterstützenden bei Child-Help International anschauen und sich begeistern lassen, wie weit gefächert deren Streben und die bisherige Veränderung in der Welt reicht. Von diesem Geschehen dürfen wir hier Teil sein, mit dem kleinen Unterschied, dass wir versuchen, bestimmte Einzelschicksale zu retten, die unter jegliche Radare fallen und hilflos auf sich selbst gestellt sind und oft auf den Tod warten müssen. In diesem Fall versuchen wir, das Leben von Alfan zu retten. Bisher schafften wir es bei unserer allerersten Aktion auf Anhieb, eine Summe von 2,6 Millionen Schilling zusammenzubekommen, was die Krankenhauskosten von Joas und seiner Mutter von 1.062.500 bei Weitem überstieg. Wir sammeln weiter und weiter und versuchen dadurch eine nachhaltige Unterstützung für Menschen vor Ort zu generieren, um der Gemeinschaft aus Menschen mit Hydrozephalus und Spina Bifida eine bessere Chance auf ein normales Leben zu schenken und nicht Menschen durch Lücken im System einfach sterben zu lassen.
Die beiden sitzen gerade neben mir. Wir kamen von dem langen Weg von zu Hause bis zur Straße hin zum Stand für unser gemeinsames Frühstück. Anschließend nahmen wir ein dreirädriges Bajaji und fuhren in die Stadt. Dann ging es mit einem Motorrad den Berg hinauf zu unserem Bugando Medical Center, dem vermutlich höchst renommierten Krankenhaus in ganz Tansania, welches hoch oben auf dem Berg über die ganze Stadt Mwanza wie ein Wappenzeichen prangt. Zudem ist es das vermutlich teuerste öffentliche Krankenhaus im Land, aber kaum ein anderes könnte die nötigen Operationen an Kopf und Wirbelsäule vollbringen, die für Kinder wie Alfan lebensrettend sind. Wir kamen an und suchten den vierten Stock, gingen von einem Schalter zum nächsten und versuchten, unser Rezept und die Verweisung zum Doktor zu erhalten. Kurz danach saßen wir auf Bänken in vollen Krankenhausgängen mit vielen Schwerverletzten und anderen kleinen Kindern. Ich begann diesen Artikel zu schreiben und Mama Alfan auszumalen, was ich für sie und ihr Kind vorhätte. Ich bete, dass ich ihr keine falsche Hoffnung mache und wir das nötige Geld auch dieses Mal finden werden. Für seine Operation am Kopf brauchen wir, wie auch für Joas, 800.000 tansanische Schilling. Das sind nicht viel mehr als 300 Euro, und gerade deshalb versuchen wir, diesen Betrag zu überbieten, um genau wie bei Mama Joas auch für weiterführende Kosten zu verwenden und einen langfristigen Fonds aufzubauen, der Kindern schnell und direkt helfen kann, gerade dann, wenn die Zeit nicht genügt, um über Spenden das Nötige zu erhalten. Mit jedem Euro, der über diese 300 reicht, werden wir in der Lage sein, direkt zu handeln und ohne zu zögern die bedrohtesten Leben zu retten. 300 bleiben es, die hier eine der Operationen in der Neurochirurgie bezahlen können. Ein lächerlich kleiner Preis, der dennoch genügt, eine arme Familie in Tansania völlig zu ruinieren. Uns kostet es wenig. Und noch weniger kostet es, diese Suche nach Hilfe an die Menschen unserer Nähe zu tragen.

Alfan ist also zwei Jahre und zehn Monate alt. Er wurde in dem kleinen Ort Ihunga, Geita, geboren, der circa sechs Busstunden von hier entfernt liegt. Wie so oft können die Geburten zwar umstandslos sein, aber wie viel erschreckender muss es sich anfühlen, wenn langsam mit jeder Woche ein schlechtes Gefühl in einem aufkeimt und das Gefühl immer größer wird, dass etwas sehr Schlechtes auf einen zukommt? Sein Kopf wuchs schneller als gewöhnlich, und seine Eltern brachten ihn immer wieder zu verschiedenen Ärzten, was bereits eine finanzielle Herausforderung darstellte, bis dann schließlich Hydrozephalus diagnostiziert wurde. Wie muss die Stimmung in diesem Raum zu diesem Moment gewesen sein? Vielleicht kannten sie die Krankheit noch nicht oder hatten nur Gerüchte gehört. Auf einmal stand diese Realität vor Vater und Mutter, und als ihnen die nächsten Schritte genannt wurden, muss ihnen der Boden unter den Füßen gezogen worden sein. Als sie von den Kosten hörten, mussten sie jede Hoffnung auf Behandlung bereits aufgeben, und sie lebten lange mit dem Wissen, dass sie kein Geld hätten, um ihren Sohn zu retten. Sie lebten die letzten zwei Jahre mit dem Gedanken, dass Alfan eines Tages sterben müsste – aber er atmete weiter und weiter. Als das Leiden nicht mehr aushaltbar war und als der glückliche Zufall Mama Alfan mit dem House of Hope vertraut machte, war dieser ewige Albtraum das erste Mal unterbrochen, und es gab einen Funken, der noch undeutlich in der Ferne lag. Nun sind wir inzwischen an dem Punkt, dass Mama Alfan, ihr Kind, meine Mitarbeiterin und ich zusammen zum Arzt konnten. Der leitende Arzt, Doktor Mayaya, grüßte uns nett und lachte froh über meine Sprachentwicklung und fragte dann das Nötige an die schüchterne Mutter, welche nun das erste Mal in Bugando war. Wir hatten gemeinsam gewartet, und sie war vermutlich noch nie in einem Gebäude dieser Größenordnung gewesen. Aus einem tansanischen Dorf zu kommen und dann allein mit deinem behinderten Kind in die zweitgrößte Stadt Tansanias zu reisen – das ist eine Leistung, die man gar nicht genug bewundern könnte. Beide haben viel durch. Wir gingen danach zwei Stockwerke tiefer in Richtung Kantine und warteten auf den CT-Scan, der darüber aufklären soll, welche Ventrikel zerstört, verstopft oder verengt sind und dadurch den Aufstau des Gehirnwassers verursachen könnten. Das ist eine von mehreren Möglichkeiten, aber bei Kindern die häufigste. Hydrozephalus könnte allerdings ein jeder von uns erfahren. Tumore, Schädeltraumata und Schlaganfälle können Dinge wie einen Wasserkopf in uns auslösen. Bei uns würde sich der Schädel allerdings nicht ausweiten können, und so bliebe es bei schnell höher werdendem Druck, der viel früher stark schädigend und tödlich enden kann. Bei Kindern dehnen sich die noch nicht zugewachsenen Schädelplatten einfach weiter aus und wachsen dann später in dieser neuen Form zusammen. Hydrozephalus kann also durch die Operation behandelt werden, aber dass der Kopf den ‚normalen‘ Umfang zurückerobert, ist eigentlich nicht möglich. Dem Kind stehen trotzdem alle Wege offen. Sitzende, sprechende, lachende und lernende Kinder mit Hydrozephalus sind kein Wunder. Nur müssen sie früh genug aus ihrem Zustand gerettet werden, damit der hohe Gehirnwasserdruck keine großen Schäden am Gehirn anrichtet und damit schwerste geistige Behinderungen mit sich bringt. Alfans Schädel ist bereits ausgehärtet, aber das Wachstum seines Schädels ist kein aggressives. Der einzige Grund, warum er nach beinahe drei Jahren noch lebt. Nur jetzt wird es umso kritischer, denn der Schädel lässt keinen Spielraum mehr. Der Hals ist bei Weitem noch nicht in der Lage, den Kopf zu tragen, und da Mama Alfan viel zu sehr an den Tod ihres Kindes dachte, ergab sich für sie bisher auch noch keine wirkliche Perspektive darin, mit ihrem Kind physiotherapeutische Übungen zu machen. Die Kosten dafür, dass Alfan’s Mutter lernt, wie sie ihr Kind langfristig unterstützen kann und bedeutend zu seiner Heilung beiträgt, werden auch von uns übernommen, wenn sie von Physiotherapeuten hier in Bugando unterrichtet wird. Alfan’s Finger bewegen sich, wie bereits erwähnt, sehr langsam. Die Verspanntheit reicht von den Fingern über den ganzen Arm bis in den kleinen Brustmuskel, und alle Gliedmaßen brauchen viel Bewegung und Massagen. Eine Lebensaufgabe für Mama Alfan, Bertha. Sein Daumen beginnt, wie bei vielen Kindern mit HC, nach innen zu wandern und verkrampft in der Handfläche zu liegen. Dieser Zustand wird immer schlimmer und endet damit, dass ein Kind seine Hand nicht richtig benutzen kann, um seine Umgebung durch Tasten kennenzulernen. Das wäre furchtbar. Allerdings ist nichts von dem Beschriebenen ein gegebener Fakt und ein unveränderlicher Umstand. Alles wartet auf Rettung durch Operation. Und das können nur wir vollbringen.
Es ist also wieder an uns. Der Kurs des tansanischen Schillings ist gerade circa 1:3.000, und für vier Euro kann ich eine siebenköpfige Familie auf ein Mittagessen einladen. Für 15 Euro zahle ich die Miete einer Wohnung für einen Monat, und für 300 Euro können wir die lebensrettende Operation am Schädel des Kindes Alfan ermöglichen. Wir werden also circa 500 Euro anstreben, um zusätzliche Medizin und die nötigen Scans sowie die Nächte und die Versorgung im Krankenhaus für die beiden zu übernehmen. Ich kann dir gar nicht sagen, wie dankbar ich bereits dafür bin, dass du uns unterstützt. Die Dankbarkeit von Mutter und eines Tages auch Kind wird wohl keine Worte und keine Grenzen finden können. Danke dafür, dass du etwas Gutes tust! Teile die Flamme des Guten mit deinen Mitmenschen und Liebsten und habe eine gesegnete Zeit mit dem Wissen, dass du wirklich geholfen hast. Wir alle beim House of Hope bedanken uns von Herzen bei Dir für deinen Beitrag.
Hier befindet sich der Link zu GoFundMe, um deine Geldspende direkt an mich zu senden. In Person zahle ich dann ihre Rechnungen in unserem Namen durch Dein Geschenk!
Ein gerettetes Kinderleben für Alfan - GoFundMe



